01. Januar 2016

Barrierefrei Wohnen

Wohnungen, die einen hohen Anspruch an das Design haben und dazu noch ­behindertengerecht gebaut sind – das ist kein Widerspruch, wie ein Beispiel aus Spanien zeigt. Schiebetüren spielten ein wichtige Rolle.

Camprodon ist die klassische Sommerzuflucht des Bürgertums aus Barcelona. Das Stadtbild von Camprodon prägen eine Vielzahl von »Modernisme«-Bauten, der katalanischen Form des Art Nouveau. Dort im Stadtzentrum entstand in einem aufwendig renovierten Gebäude eine barrierefreie Wohnung mit hohem Anspruch an Design und Funktionalität. Das Gebäude spiegelt mit seiner Steinfassade die Berglandschaft der nahe gelegenen Pyrenäen wider. Der Bezug zur Region setzt sich auch in der Innengestaltung fort. Dort korrespondieren unter anderem die Massivholzböden mit den umliegenden Wäldern und einzelne Möbelstücke greifen Gestaltungsmerkmale des ­Modernisme auf.

Gehbehinderter Bauherr
Eine Wohnung wurde vollständig mit Schiebetüren im Innenbereich geplant. Der Eigentümer ist gehbehindert und so stand von Beginn der Planung an fest, dass er auf das ständige »Umfahren« einer klassischen Tür mit Anschlag in seiner eigenen Wohnung vollständig verzichten wollte. Mehr noch: Alle Türen sollten zusätzlich mit Motor­antrieb und Fernsteuerung ausgestattet werden, damit auch das direkte An-die-Tür-Heranfahren und umständliche Öffnen aus dem Rollstuhl heraus der Vergangenheit angehören.

Schiebetüren gestalten Räume
Schiebetüren, die in der Wand verschwinden, haben aber nicht nur funktional viele Vorteile, sie gestalten auch Räume. Schiebe­türen verbinden auf einzigartige Weise Bereiche im Gebäude, indem sie ganz in der Wand verschwinden oder sie ermöglichen eine klare Abgrenzung zwischen Nutzungsbereichen, wo dies sinnvoll und erwünscht ist. Und wo eine herkömmliche Tür, die in den Raum dreht, Platz benötigt, um geöffnet und geschlossen zu werden, schenkt eine Schiebetür an gleicher Stelle Raum.
Realisiert wurde das Projekt mit Einbauelementen von Eclisse, die mit Türblättern aus Holz oder Glas aller namhaften Hersteller kombiniert werden können. Zum Einsatz kam das Einbauelement »Unico« in ein- und doppelflügeliger Ausführung. Unico verfügt – als Modell »Luce« – über einen integrierten Kabelkanal und bietet so die Möglichkeit, Strom führende Elemente wie Schalter, Lampen oder Haustechnik unmittelbar neben der Tür­öffnung anzubringen – also im Bereich, den die Tür benötigt, um in die Wand zu gleiten.
In der barrierefreien Wohnung sind alle Einbauelemente mit einem Motor­antrieb und einer Fernsteuerung ausgestattet. Die Türen können so – wie es der Wunsch des Bauherren war – mittels einer Fernbedienung vom Rollstuhl oder jedem anderen Ort der Wohnung aus geöffnet werden. Die im Element integrierten Kabelkanäle wurden genutzt, um auch bei den doppelflügeligen Schiebetüren die Lichtschalter unmittelbar neben dem Durchgang - auf der Wandtasche – zu platzieren.
Alle Einbauelemente von Eclisse ver­fügen über eine patentierte, herausnehmbare Laufschiene und eine ganze Reihe weiterer technischer Innovationen, die einen einfachen Einbau mit ­einer langen Lebendauer kombinieren. Die herausnehmbare Laufschiene ermöglicht den Austausch des Türblattes auch im eingebauten Zustand, sowie die problemlose Wartung des Einbauelementes. Selbst die nachträgliche Ergänzung von Komfortzubehör ist möglich.

Abbildungen: Eclisse                                                                                                Ausgabe: 6/2013