01. Dezember 2009

Baumärkte im Plus, Rückgänge in der Werkzeugindustrie


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Die an der Internationalen Eisenwarenmesse beteiligten Branchenverbände ziehen knapp vier Monate vor Messestart unterschiedliche Bilanzen der vergangenen Monate. Während beispielsweise die deutsche Werkzeugindustrie Rückgänge verzeichnet, melden die Baumärkte im 3. Quartal 2009 ein Umsatzplus. Von der vom 28. Februar bis zum 3. März 2010 in Köln stattfindenden Eisenwarenmesse erhoffen sich die Verbände Umsatz-Impulse für 2010. Noch sind die Vertreter wichtiger Branchenfachverbände vorsichtig mit Prognosen für die kommenden Monate. Zur Messe erwartet werden rund 2.700 Anbieter aus aller Welt mit ihren Innovationen.


Rückgänge in der Werkzeugindustrie
Wie der Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) für seine Mitglieder ermittelt hat, gingen die Umsätze bei den Unternehmen in den Monaten Januar bis September 2009 gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent zurück. Drastisch war der Einbruch beim Auslandsumsatz mit –30,9 Prozent. Die Exporte in die europäischen Nachbarländer wie auch in die USA – dem wichtigsten Ausfuhrland außerhalb der EU – sanken im ersten Halbjahr des Jahres etwa gleich stark. Der Inlandsumsatz schrumpfte um 27,7 Prozent.


Das Problem ist somit eindeutig ein globales. Verhalten daher die Stimmung: Für 97 Prozent der angeschlossenen Unternehmen bleibt die bisherige wirtschaftliche Entwicklung absolut unbefriedigend. Trotzdem sind 36 Prozent der befragten Unternehmen optimistisch, dass es ab Anfang 2010 eine leichte Besserung der konjunkturellen Situation geben wird.


Zweigeteilter Hartwarenhandel
Im Hartwarenhandel ist für 2009 eine Zweiteilung erkennbar, so das Ergebnis einer Umfrage des ZHH bei seinen Mitgliedern. Durchaus positiv ist die Entwicklung im Einzelhandel – schwierig jedoch die Situation beim Produktionsverbindungshandel (PVH). Der Eisenwaren- und Hausrat-Einzelhandel profitiert von einer stabilen Binnenkonjunktur, bedingt durch finanziell größere Spielräume der privaten Verbraucher. Prognostiziert für 2009 wird vom Verband ein Zuwachs um 0,4 Prozent für den gesamten Hartwarenhandel. Deutlich anders die Situation beim PVH: Hier sind die Folgen der Wirtschaftskrise direkt spürbar. Bei den baunahen Handelsunternehmen fallen die Rückgänge für 2009 mit prognostizierten –2,5 Prozent noch eher moderat aus. Besorgniserregend die Situation im Werkzeughandel: Hier gehen die Experten von einem Einbruch um –10,5 Prozent aus. Der Abbau von Lagerbeständen hat Vorrang, was sich auf die PVH-Orders bei der Werkzeugindustrie auswirkt. Insgesamt sieht der ZHH die Perspektiven für 2010 eher pessimistisch.


Baumärkte im Plus
Ein deutlich optimistischeres Stimmungsbild zeichnen die Betreiber von Baumärkten, so die Information des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) wie auch der Herstellervereinigung BAU + DIY. Vor allem mit dem 3. Quartal 2009 sind die großflächigen Bau- und Heimwerkermärkte sehr zufrieden, denn im Juli stiegen die Bruttoumsätze um 2 Prozent, im August sogar um knapp über 3 Prozent. Damit wurden die leichten Rückgänge aus dem ersten Quartal kompensiert.


Der Branchenverband BHB rechnet für das Gesamtjahr 2009 sogar mit einem Umsatzplus auf bereinigter Fläche in der Größenordnung von rund 1 Prozent. Teure Investitionen liegen bei den Verbrauchern zwar auf Eis, doch haben sich die Menschen bisher von der Wirtschaftskrise nur wenig beeindrucken lassen. Die Erwartung des Verbandes für 2010 ist somit leicht optimistisch. Auch auf Herstellerseite wird dieser Eindruck laut Branchenverband BAU + DIY bestätigt. Die rund 130 dem Verband angeschlossen Unternehmen schlossen das 1. Halbjahr 2009 national mit einem Plus von 1,9 Prozent und international mit einem Plus von 1,2 Prozent ab. Noch zu Beginn dieses Jahres hatte solch eine Entwicklung aufgrund der negativen Stimmung keiner erwartet. Allerdings fällt es dem Verband schwer, eine Prognose für 2010 abzugeben. Es gibt zu viele unkalkulierbare Einflussfaktoren wie beispielsweise die Preisentwicklung im Handel.