31. Mai 2010

Bauwirtschaft: Geschäftsklima eingetrübt

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests ist der Geschäftsklimaindex im Bauhauptgewerbe im Mai erneut gesunken. Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre momentane Geschäftssituation als auch die Geschäftsperspektiven für die nächsten sechs Monate weniger günstig als im Vormonat. Die Gerätekapazitäten waren etwas besser ausgelastet als im April; mit 67% (saison- und witterungsbereinigt) war der Auslastungsgrad genauso gros wie vor Jahresfrist. Gut ein Drittel der Testteilnehmer meldete Produktionsbehinderungen. Der mit Abstand größte Teil (28%) klagte über Auftragsmangel; vor einem Jahr war der Anteil allerdings noch um ein Viertel größer. Im Durchschnitt der Bausparten reichten die Auftragsbestande – wie bereits im Vorjahr – für 2,4 Produktionsmonate (saison- und witterungsbereinigt). Die Firmenmeldungen lassen erkennen, dass die Preise vereinzelt angehoben werden konnten. Fuhr die kommenden Monate gingen die Unternehmen von weiter steigenden Preisen aus. Der Personalbestand durfte sich kaum verändern.

Im Hochbau trübte sich das Geschäftsklima ein. Die befragten Unternehmen empfanden ihre aktuelle Geschäftslage – insbesondere im Wohnungsbau – schlechter als im April; die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten wurde von den Unternehmen in allen drei Teilsparten skeptischer eingeschatzt. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten stieg an; er war mit 69% auch um 3 Prozentpunkte hoher als im Vorjahr. Der Umfang der Produktionsbehinderungen war deutlich geringer als im Mai vorigen Jahres. Dies ist nahezu ausschließlich auf weniger Meldungen wegen Auftragsmangel (27 nach 39%) zurückzuführen. Die Auftragsbestande stiegen im Wohnungsbau von 2,0 auf 2,2 Monate; im gewerblichen sowie im öffentlichen Hochbau stagnierten sie bei 2,6 bzw. 2,2 Monaten. Im Durchschnitt der Hochbausparten betrug die Reichweite der Auftragsbestande 2,3 Monate (Mai 2009: 2,2 Monate). Den Angaben der Firmen zufolge wurden im Berichtsmonat die Preise verschiedentlich heraufgesetzt. Fuhr die nächsten Monate rechneten sie mit größeren Preiserhöhungsspielräumen.

Bauwirtschaft (Ost)
In den neuen Bundesländern haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen kaum verändert. Die Geräteauslastung verbesserte sich im Hochbau von 67 auf 75% und verschlechterte sich im Tiefbau von 68 auf 63% (jeweils saison- und witterungsbereinigt). Der Umfang der Auftragsreserven stieg geringfügig an. Im Durchschnitt der Bausparten wiesen die befragten Unternehmen – wie vor einem Jahr – Auftragspolster in Hohe von 2,2 Monaten auf. 44% der Testteilnehmer waren von Produktionsbehinderungen betroffen; von diesen klagten drei von vier über Auftragsmangel. Den Meldungen der Firmen zufolge konnten sie im Berichtsmonat die Preise erhöhen. Fuhr die nächsten Monate rechneten sie mit einer Fortsetzung dieses Trends.