04. Juni 2010

Deutlich mehr Baufreigaben für Wohnungen

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes bewegte sich die Wohnungsbaunachfrage, wie sie in den erteilten Baugenehmigungen (einschließlich der gemeldeten Kenntnisgaben) zum Ausdruck kommt, im 1. Quartal 2010 in Baden-Württemberg deutlich über dem Niveau des Jahres 2009. So wurden in den ersten drei Monaten 2010 nahezu 5.300 Wohnungen in neu zu errichtenden Wohngebäuden zum Bau frei gegeben. Das waren 21 Prozent mehr Genehmigungen als ein Jahr zuvor. Dabei ist bei allen drei Wohngebäudearten eine erhöhte Wohnungsbaunachfrage zu verzeichnen.


Mit fast 780 genehmigten Wohnungen in Zweifamilienhäusern ist für diesen Gebäudetyp mit einem Plus von gut 40 Prozent der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal zu verzeichnen. Im Einfamilienhausbau, in dem in den Monaten Januar bis März 2010 gut 2.200 Wohnungen neu genehmigt wurden, lag das Ergebnis um rund 11 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. Für Mehrfamilienhäuser meldeten die Baurechtsämter im Land für den Zeitraum Januar bis März 2010 zirka 2.200 Baufreigaben an das Statistische Landesamt. Dadurch ergab sich bei diesem Gebäudetyp ein Plus von knapp 23 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2009. Dazu kommen über 70 Wohnungen, die beim Neubau von Wohnheimen entstehen sollen.


Mehr Baufreigaben wurden im 1. Quartal 2010 auch bei Wohnungen festgestellt, die durch Baumaßnahmen im vorhandenen Wohn- und Nichtwohngebäudebestand neu entstehen sollen. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist hier eine Steigerung von fast 19 Prozent zu verzeichnen. Genehmigt wurde im Zuge von Baumaßnahmen der Bau von insgesamt rund 580 Wohnungen. Werden nun zu diesen Zahlen noch die fast 180 Wohnungen hinzugezählt, die durch den Neubau von Nichtwohngebäuden (Gebäude, die nicht schwerpunktmäßig für Wohnzwecke genutzt werden wie zum Beispiel Hausmeisterwohnungen) errichtet werden sollen, ergibt sich für das 1. Quartal 2010 eine Gesamtzahl (Neubau und Baumaßnahmen im Bestand) von rund 6.000 neu zum Bau freigegebenen Wohnungen. Das entspricht gegenüber dem 1. Quartal 2009 einem Genehmigungsplus von annähernd 23 Prozent.


Nachfrage im Nichtwohnbau gibt nach

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg lag der für Nichtwohngebäude genehmigte umbaute Raum im Land im 1. Quartal 2010 mit 5,8 Millionen (Millionen) Kubikmeter über 11 Prozent unter dem des Vorjahresquartals. Allerdings soll dieses Volumen in mehr Gebäuden als im Vorjahr entstehen. Von Januar bis März 2010 wurden annähernd 890 Nichtwohngebäude zum Bau freigegeben. Das sind rund 14 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2009.


Zum Nichtwohnbau zählen vor allem gewerbliche Betriebs- und Bürogebäude sowie Hochbauten der öffentlichen Hand und nicht überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Gebäude von privaten Bauherren. In der zum Bau freigegebenen Anzahl der Gebäude sowie dem genehmigten Neubauvolumen spiegelt sich die Neubaunachfrage wider.


Im Nichtwohnbau sind traditionell die Wirtschaftsunternehmen die mit Abstand wichtigste Bauherrengruppe. Im 1. Quartal 2010 wurden in diesem Bereich gut 4,3 Millionen Kubikmeter umbauter Raum zum Neubau freigegeben. Das waren rund 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage im öffentlichen Hochbau (einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck) ging ebenfalls zurück. Mit rund 0,9 Millionen Kubikmetern war das Genehmigungsvolumen in diesem Bereich in den ersten drei Monaten 2010 zirka 6 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Bei den privaten Bauherren verzeichnete das Statistische Landesamt in den ersten drei Monaten 2010 dagegen ein um etwa 50 Prozent höheres genehmigtes Neubauvolumen. Mit fast 0,5 Millionen Kubikmetern zum Neubau freigegebenem Raum ist diese Bauherrengruppe für die Gesamtentwicklung im Nichtwohnbau allerdings von nachrangiger Bedeutung.