07. Juni 2010

Aktionstag Ausbildung: Handwerk mischt kräftig mit

Am 9. Juni zeigt das Handwerk, was es kann und wie attraktiv Handwerk heute ist. Die acht Handwerkskammern im Land ziehen mit der Teilnahme am bundesweiten »Aktionstag Ausbildung« alle Register, um geeignete Bewerber und offene Lehrstellen zusammenzubringen. »Mit zahlreichen Aktionen, Angeboten und Aktivitäten wollen wir an den Erfolg im vergangenen Jahr anknüpfen«, sagte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle.


Das kommende Ausbildungsjahr ist sowohl von der konjunkturellen Lage als auch von der demografischen Entwicklung gekennzeichnet. »Dieses Jahr wird uns vor große Herausforderungen stellen«, meinte Möhrle. Er rechne mit einem starken Ausbildungsplatzangebot der mehr als 130.000 Handwerksbetriebe im Land nahezu auf Vorjahresniveau. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) befürchtet allerdings, dass erneut zahlreiche angebotene Lehrstellen offen bleiben werden. In vielen Branchen sei der Fachkräftemangel schon jetzt spürbar, zum Beispiel in der Metall- und Elektrotechnik, bei den Sanitär-Heizung-Klima-Handwerken oder bei den Nahrungsmittelhandwerken. Der rote Teppich für qualifizierte Bewerber sei ausgerollt, betonte Möhrle.


Mit dem Aktionstag wollen die Handwerksorganisationen alle Potenziale für den Fachkräftebedarf mobilisieren. Möhrle: »Auch Handwerker können nicht alles, aber wir können vieles – zum Beispiel sind wir spitze bei der Umsetzung neuer Technologien wie Windenergie, Solarstrom oder Elektromobilität. Energieeffizientes Bauen und Modernisieren sind typische Felder für Ausbildungsberufe im Handwerk mit allerbesten Zukunftsaussichten.« Mit Telefonhotlines, Berufserkundungen an den Bildungsakademien, Telefonaktionen, Infotouren an Schulen und vielem mehr werben die Handwerker am Mittwoch im ganzen Land um Schulabgänger.


Der hohe Stellenwert und die Chancen einer dualen Ausbildung seien zu wenig bekannt. Dies zu verbessern, daran arbeite das Handwerk permanent auch selbst mit Angeboten wie Zusatzqualifikationen, Auslandsaufenthalten und guten Berufsperspektiven. Außerdem baut die Branche auf die bundesweite Imagekampagne des Handwerks, die unter anderem für die Vielfalt der rund 120 Ausbildungsberufe der Branche wirbt. Gleichzeitig dürfe aber auch das Land mit seinen Anstrengungen, die Ausbildungsreife der Schulabgänger zu verbessern, nicht nachlassen, forderte Möhrle. Sorge bereite dem Handwerk zudem, dass immer mehr junge Menschen den Weg in die berufliche Vollzeitschule wählen. Das Handwerk anerkenne und begrüße deshalb vor allen Dingen die Gleichstellung der Meisterausbildung mit dem Abitur und die Öffnung des Hochschulzugangs.


Aktuell bildet das baden-württembergische Handwerk rund 58.300 junge Menschen in einem Handwerksberuf aus.