15. Juni 2010

Europäische Lehmbautage zeigen japanische Lehmbaukultur

Der europäische Lehmbautag 2010 steht unter dem Motto »Europa trifft Japan«. Der japanische Lehmputz-Meister Susumu Harada und Professor Manfred Speidel besuchen die Europäische Bildungsstätte für Lehmbau in Wangelin und geben einen Einblick in die japanische Lehmbaukultur. Fachkräfte aus sechs europäischen Ländern nehmen an der zweitägigen Praxis-Werkstatt des japanischen Meisters in Wangelin vom 22. bis 24. Juli teil.


Am Freitag, dem 23. Juli 2010 eröffnet das Lehmmuseum Gnevsdorf die Fotoausstellung »Japanische Architektur und Lehmputze«. Manfred Speidel, Professor für Architekturtheorie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen, ein ausgezeichneter Kenner der japanischen Architektur und Liebhaber der japanischen Lehmbaukultur, hat hierfür die Auswahl der Fotos getroffen. In der Ausstellung und in dem Einführungsvortrag stellt er traditionelle und zeitgemäße Lehmarchitektur aus Japan vor.


Am bekanntesten sind hierzulande die japanischen Holz- und Lackarbeiten. Aber auch mit Putzen werden sehr edle Oberflächen geschaffen, dies nicht nur in traditionellen Teehäusern, sondern auch in modernen Bauten. Die japanische Architektur liebt das Zusammenspiel von sichtbaren Konstruktionshölzern und glatten, teils polierten Putzflächen aus Lehm- oder Kalkputz. Tokonoma, die typischen japanischen Bildnischen, haben häufig ein Rundholz als Begrenzung – so wie es gewachsen ist. In traditionellen Teehäusern mit ihrem scheinbar schlichten Charakter erhalten auch einfache Lehmputze durch sorgfältige Ausführung und genaue Detailanschlüsse an das Holz eine hohe Qualität.


Es gibt allein mehr als hundert verschiedenen Kellen, auf die ein Lehm-Putzmeister in Japan zugreifen kann mit den unterschiedlichen Blattformen und Blattstärken, sowie Spezialkellen zur Ausbildung von Schattenfugen, Hohlkehlen und abgerundeten Außenecken. Viele Putzer lassen sich ihre Kellen schmieden.


Es ist jedes Mal ein Ereignis für die europäischen Lehmputz-Fachkräfte einen japanischen Meister zu treffen und von ihm lernen zu können.


Zum Abschluss des Werkstattkurses werden die ausgeführten Putzflächen der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu lädt die Europäische Bildungsstätte am Samstag, dem 24. Juli um 19 Uhr in die Lehmbauwerkstatt in Wangelin alle Interessierten ein.


Programm und Anmeldung unter http://lernpunktlehm.de/wp3/wp-content/uploads/2009/04/L15-2010-Ausstellung-japanische-Puzte.pdf.


Das detaillierte Programm ist außerdem erhältlich beim FAL e. V. unter Tel. 038737/20207 oder unter www.earthbuilding.eu.