21. Juni 2010

Erster Bildungskongress für das Stuckateurhandwerk

10-06-21%20Sto-Stiftung_14-2010_Azubis_13x18_300dpi Ausbau und Fassade - Erster Bildungskongress für das Stuckateurhandwerk
Damit ihre Ausbildung erfolgreich verläuft, müssen Lehrer und Ausbilder auf dem neuesten Wissensstand und mit Begeisterung dabei sein.
(Foto: Komzet)
Am 12. und 13.November veranstalten der Bundesverband Ausbau und Fassade, die Sto-Stiftung sowie das Kompetenzzentrum Ausbau und Fassade in Berlin den ersten bundesweiten Bildungskongress für das Stuckateurhandwerk. Die Veranstaltung steht unter Schirmherrschaft der Bundesbildungsministerin Prof. Annette Schavan. Erstmals in Deutschland beschäftigt sich damit ein Kongress mit der Aus- und Weiterbildung von »Azubi-Trainern« im Handwerk. Azubi-Trainer sind erfahrene Gesellen oder Meister, die Auszubildende mit immer schlechter werdenden Berufsvoraussetzungen in der Praxis tagtäglich begleiten und letztlich für deren Lernerfolg Verantwortung tragen. Die Idee, die jetzt deutschlandweit im Stuckateurhandwerk greifen soll, stammt aus Baden-Württemberg. Das Modell, entwickelt vom Kompetenzzentrum Ausbau und Fassade, hat darüber hinaus alle Voraussetzungen, auch in anderen Lehrberufen angewendet zu werden.


Hintergrund sind gestiegene Anforderungen an das Bildungsniveau der Gesellen, gravierende demografische und soziokulturelle Veränderungen bei Jugendlichen sowie veränderte Strukturen in der Bildungslandschaft durch mehr überbetriebliche Einrichtungen. Diesen Aspekten widmen sich unter anderem der Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann und der Soziologe Prof. Stefan Hradil. Experten aus Handwerkspraxis und beruflicher Bildung reichern den Erfahrungsaustausch an.


»Die Energieeinsparverordnung hat die Ressourcenschonung und damit Wärmedämmung der Gebäude zu einer zentralen Aufgabe des Stuckateurhandwerks gemacht. Unsere Betriebe verantworten am Bau die meisten Schnittstellen zu anderen Gewerken und entscheiden damit über die Gesamtqualität bei Neubau oder energetischer Sanierung«, sagt Jürgen G. Hilger, Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade. Begabte Gesellen oder Meister sind auf der Baustelle die eigentlichen Trainer für den Nachwuchs. Ihr Einfühlungsvermögen, ihre Motivation und praktischen Kenntnisse entscheiden darüber, ob und mit welchem Abschluss die Azubis ihre Lehre beenden und dann im Beruf bleiben.


»Der Kongress in Berlin stellt sich einer beispielhaften Aufgabe über Berufssparten und Ländergrenzen hinweg«, erläutert Konrad J. Richter, Stiftungsrat der Sto-Stiftung. »Deshalb unterstützen wir dieses Projekt großzügig, denn wir sind sicher, im Gerangel um Bildungskompetenzen und -hoheiten können nur neue Wege zum Erfolg führen. Der Nachwuchsmangel im Handwerk ist dafür ein wichtiges Indiz.«


Derzeit beschäftigt das Stuckateurhandwerk in Deutschland 30.000 Mitarbeiter und bildet etwa 2.000 Lehrlinge aus. Das traditionsreiche Handwerk kümmert sich heute um Wärmedämmung und innovativen Trockenbau. Mehr als andere übernimmt die Branche Verantwortung für Klimawandel und Ressourcenschonung.


Details zum Programm und Anmeldung: www.sto-stiftung.de