25. Juni 2010

ifo Konjunkturtest: Perspektiven günstiger

Im neuesten ifo-Konjunkturtest zeigte sich, dass das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe sich im Juni aufgehellt hat. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Perspektiven für die nächsten sechs Monate wurden von den befragten Unternehmen günstiger bewertet als im Vormonat. Der Ausnutzungsgrad der Gerätekapazitäten erhöhte sich auf 69% (saison- und witterungsbereinigt) und lag damit über dem Vorjahreswert (67%). 35% der Umfrageteilnehmer meldeten Produktionsbehinderungen. Knapp ein Viertel klagte über Auftragsmangel. Die Reichweite der Auftragsbestande verharrte im Durchschnitt der Bausparten bei 2,5 Monaten (saison- und witterungsbereinigt); die Auftragspolster waren damit um 0,2 Monate großer als vor Jahresfrist. Für die kommenden Monate rechneten die Unternehmen mit Preiserhöhungsspielräumen. Die Beschäftigtenzahl dürfte sich nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer in der nächsten Zeit kaum verändern.

Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima verbessert. Dies ist auf die günstigere Lagebeurteilung zurückzuführen. Die Geschäftsperspektiven wurden ähnlich zuversichtlich eingeschatzt wie im Mai. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten kletterte zum vierten Mal in Folge auf nunmehr 71%; vor einem Jahr hatte die Kapazitätsauslastung 67% betragen. Rund ein Drittel der Befragungsteilnehmer klagte über Behinderungen ihrer Bautätigkeit. 24% machten die unbefriedigende Auftragslage dafür verantwortlich; vor Jahresfrist waren es noch 36%. Im Hochbau insgesamt reichten die Auftragsbestände für 2,4 Monate (Juni 2009: 2,2 Monate). Im Wohnungsbau und im öffentlichen Hochbau verharrten die Auftragsreserven bei jeweils 2,2 Monaten, sowie im gewerblichen Hochbau bei 2,6 Monaten. Die Meldungen lassen erkennen, dass die Firmen im Berichtsmonat die Preise anheben konnten. Vorwiegend Wohnungsbauunternehmen berichteten davon, höhere Preise durchgesetzt zu haben. Für die nächsten Monate rechneten die Befragungsteilnehmer mit weiter steigenden Preisen.

Auch im Tiefbau hellte sich das Geschäftsklima auf. Die derzeitige Geschäftslage wurde genauso günstig bewertet wie im Vormonat und die Firmen blickten merklich zuversichtlicher in die Zukunft. Im Straßenbau verbesserten sich die Geschäftsperspektiven dabei starker als im sonstigen Tiefbau. Die Auslastung des Maschinenparks stieg im Vergleich zum Vormonat auf nun 67% (Juni 2009: 66%). 37% der Unternehmen berichteten von einer unfreiwilligen Einschränkung ihrer Bauaktivitäten. Ähnlich wie vor einem Jahr klagte jede vierte Baufirma über zu wenige Aufträge. Immerhin 16% der Befragten hatten Schwierigkeiten mit den Witterungsbedingungen; im Juni des Vorjahres waren es nur 3%. Die Reichweite der Auftragsbestande 13 kletterte im Straßenbau von 2,4 auf 2,5 Monate und blieb im sonstigen Tiefbau unverändert bei 2,7 Monaten. Im Durchschnitt der Tiefbausparten lagen die Auftragsreserven mit 2,6 Monaten über dem Niveau des Vorjahres (2,4 Monate). Nach den Meldungen der Umfrageteilnehmer zu schließen, mussten sie im Berichtsmonat die Preise vereinzelt senken. Für die nächsten Monate rechneten die befragten Firmen mit eher stabilen Preisen.

Bauwirtschaft (Ost)
In den neuen Bundesländern verbesserte sich das Geschäftsklima. Sowohl die Lageurteile als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate fielen günstiger aus. Insbesondere im Hochbau hat sich die Geschäftslage aufgehellt. Im Tiefbau wurden zudem die Aussichten sichtlich optimistischer bewertet als im Vormonat. Die Geräteauslastung stieg von 69 auf 72% (jeweils saison- und witterungsbereinigt); vor einem Jahr war der Ausnutzungsgrad der Maschinen und Geräte um 3 Prozentpunkte niedriger. Vier von zehn Testteilnehmern meldeten Produktionsbehinderungen. Jedes vierte Unternehmen sah sich mit Auftragsmangel konfrontiert; 13% klagten über ungünstige Witterungseinflusse (Juni 2009: 1%). Die Auftragsreserven betrugen – wie im Mai – 2,2 Monate (Juni 2009: 2,1 Monate). Die Umfrageteilnehmer sehen für die kommenden Monate Preiserhöhungsspielräume.