29. Juni 2010

Kredithürde sinkt weiter

Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juni erneut gesunken. Seit einem halben Jahr lockern damit die Banken sukzessive die Zügel bei der Kreditvergabe. Im Juni klagen 34,0% der befragten Unternehmen über eine restriktive Kreditversorgung durch die Banken. Im Vormonat waren es 35,6%.

10-06-29_ifo_1 Ausbau und Fassade - Kredithürde sinkt weiter

10-06-29_Ifo_2 Ausbau und Fassade - Kredithürde sinkt weiter

Wie bereits im vergangenen Monat ist die Kredithürde im Juni über alle betrachteten Wirtschaftsbereiche hinweg gefallen – im verarbeitenden Gewerbe, im Bauhauptgewerbe und im Handel. Im verarbeitenden Gewerbe ist die Kredithürde am stärksten bei den großen Unternehmen gesunken. Mit 39,5% liegt sie dort aktuell 1,8 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert. Bei den mittelgroßen Unternehmen steht sie unverändert bei 32,9%. Für die kleinen Industrieunternehmen hat die Hürde um 0,2 Prozentpunkte auf 35,7% abgenommen.

Im Bauhauptgewerbe berichten die Befragungsteilnehmer ebenfalls von einem etwas weniger schwierigen Zugang zu Krediten als bislang. Die Kredithürde ist um 0,6 Prozentpunkte auf 40,3% gesunken. Am deutlichsten hat sich die Kreditsituation dieses Mal im Handel verbessert. Bei den befragten Handelsunternehmen hat der Anteil der „Restriktiv“-Antworten um 3 Prozentpunkte auf 30,0% abgenommen.

Hans-Werner Sinn
Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München