05. Juli 2010

Baustoffe, Steine, Erden: Andreas Kern neuer Präsident

10-07-05%20Bundesverband%20BBS1 Ausbau und Fassade - Baustoffe, Steine, Erden: Andreas Kern neuer Präsident
Von links: Hauptgeschäftsführer Michael Basten, Vizepräsident Dr. Erwin Kern, Präsident Andreas Kern und die Vorstandsmitglieder Thomas Bremer und Peter Nüdling. (Foto: BBS)

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden (BBS) wählte jetzt Andreas Kern, Vorstandsmitglied der Heidelberg Cement AG, zum neuen Präsidenten gewählt. Der 52-jährige Kern löst damit Dr.-Ing. Gernot Schaefer (68) ab, der den Verband seit 2004 geführt hatte. Er wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Kern war im Jahr 2005 bereits zum Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie gewählt worden. Der Diplom-Kaufmann ist seit 1983 bei der Heidelberg Cement AG tätig, seit 2000 trägt er Verantwortung im Vorstand des Unternehmens. Hier ist er unter anderem für die Regionen Zentraleuropa und Zentralasien zuständig.


Als weitere BBS-Vorstandsmitglieder wurden gewählt:

  • Dr. Erwin Kern, Vizepräsident, Kies und Beton AG Baden-Baden, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Transportbetonindustrie;

  • Peter Nüdling, Vizepräsident, Franz Carl Nüdling Basaltwerke;

  • GmbH & Co. KG, Präsident des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe;

  • Thomas Bremer, VG-Orth GmbH & Co. KG, Vorsitzender des Bundesverbandes der Gipsindustrie;

  • Michael Liell, Rheinkalk GmbH, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie.


Kern dankte Schaefer bei der Übergabe der Präsidentschaft für seine Entschlossenheit und Führungsstärke. Neben seinem Engagement im BBS habe sich Schaefer im Präsidium und Vorstand des BDI sowie als Vorsitzender des BDI-Energie- und Klimaausschusses für die Interessen der Industrie stark gemacht. »Gernot Schaefer hat den Verband so positioniert, dass er in Politik und Wirtschaft als kompetenter und verlässlicher Gesprächspartner wahrgenommen wird«, sagte Kern. Der BBS habe Schaefer daher zum Ehrenpräsidenten gewählt.


Für die Zukunft skizzierte Kern den wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf aus Sicht der Baustoffindustrie: »Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung läuft zurzeit besser, als wir nach dem gewaltigen Einbruch im Zuge der Finanzkrise gedacht haben. Gleichwohl stellt sich die Frage nach einem überzeugenden Wachstumsmodell mit unverminderter Aktualität«. Kern weiter: »Wir können nicht nur auf den Export setzen. Vielmehr müssen wir mit einer Steigerung der privaten und öffentlichen Investitionen einen Beitrag zur Stärkung der Binnennachfrage und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit leisten«. Dies käme dann auch den Bauinvestitionen und der Baustoffproduktion zu Gute. Trotz des reifen Marktes gäbe es auch in Deutschland vielfältige Wachstumspotenziale für Bauwirtschaft und Baustoffindustrie – etwa bei der energetischen Gebäudesanierung, dem bedarfsgerechten Wohnungsneubau oder der überfälligen Modernisierung der Infrastruktur.


»Wir brauchen zusätzliche Anreize für Investitionen. Ein völlig falsches Signal sendet daher die von der Bundesregierung geplante Kürzung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms«, sagte Kern. Ohne eine Steigerung der Sanierungsquote und den Neubau energieeffizienter Immobilien seien die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht zu erreichen. Kontraproduktiv sei auch eine mögliche Anhebung der Energiesteuern für die Industrie, die auf andere Instrumente wie den Emissionshandel draufgesattelt würde. »Notwendig ist jetzt endlich ein schlüssiges Klima- und Energiekonzept, das die Innovationspotenziale der Industrie nutzt und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt«, forderte Kern. Klimaschutz sei nur mit der Industrie und nicht gegen sie möglich. Eine Deindustrialisierung könne sich weder Deutschland noch die EU insgesamt leisten. Neben einer nachhaltigen Energie- und Klimapolitik stehe daher auch die Sicherung des Zugangs zu heimischen Rohstoffen auf der politischen Agenda.


Der BBS vertritt die wirtschafts- und industriepolitischen Interessen der Baustoff-, Steine- und Erden-Industrie mit einem Jahresumsatz von 26 Milliarden Euro und 130.000 Mitarbeitern. Die Produktion der Branche lag 2009 um –10,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im laufenden Jahr rechnet der BBS nur noch mit einer leicht sinkenden Produktion. (Zusätzliche Angaben sind in »Aufgaben, Themen und Ziele 2010/2011« sowie in den »Konjunkturperspektiven 2010« zusammengefasst.)