07. Juli 2010

Fachverband WDVS nimmt neue Mitglieder auf

Der aktuelle Jahresbericht, die Premiere des komplett überarbeiteten Schulungshandbuchs, Berichte aller Vorstandsressorts und Arbeitskreise sowie ein attraktives Vortrags- und Rahmenprogramm: die rund 110 Teilnehmer der Jahrestagung des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) erlebten am 24. und 25. Juni in Rottach-Egern eine ebenso abwechslungsreiche wie informative Veranstaltung. Einstimmig erfolgte die Aufnahme der Firmen Storch Malerwerkzeuge (Wuppertal) und Iso Chemie (Aalen) als neue außerordentliche Mitglieder. Einstimmig votierten die Anwesenden auch für die Aufnahme des Industrieverbandes Werkmörtel in den FV WDVS. Der Vorstandsvorsitzende Lothar Bombös kündigte eine verstärkte Kooperation beider Verbände in gemeinsamen Themenbereichen an.


Der Fachverband WDVS hat Zuwachs bekommen, zur Freude der Vorstandsmitglieder (1. Reihe v.r.) Clemens von Trott, Carsten Beier, Ludwig Soukup und Rüdiger Lugert sowie Geschäftsführer Dr. Wolfgang Setzler. (Foto: Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme)

Im neuen Jahresbericht 2010 hat der FV WDVS die Zielsetzungen der Verbandsstrategie für die nächsten Jahre formuliert:
1. Sicherstellung des anerkannt hohen Qualitätsstandards der Branche.
2. Mehr Markt machen durch Kommunikation und Lobbying.
3. Umsetzung der Anforderungen an die ökologische Bewertung und Kennzeichnung
    von Bauprodukten beim nachhaltigen bauen mit WDVS.
4. Erhöhung der Branchenpräsenz und Bedeutung des FV WDVS in der Fachöffentlichkeit 
    und darüber hinaus.
5. Aktive Mitarbeit im Europäischen WDVS-Verband EAE und Forcierung der Europäisierung der Branche.


Lothar Bombös skizzierte in diesem Zusammenhang die wachsende Etablierung der EAE in den europäischen Gremien in Brüssel. Deshalb wurde auch die belgische Hauptstadt ausgewählt als Standort für das erste ETICS Forum der EAE am 29.September 2010. Zu dieser Veranstaltung werden Branchenvertreter aus ganz Europa erwartet. Inhaltlich geht es unter anderem um die politische Rahmenbedingungen in Europa für die Energieeffizienz im Gebäudebereich – hierzu wird der EU-Kommissar für Energie, Günther H. Oettinger, den Einführungsvortrag halten. Weitere Themen sind der WDVS-Markt in Europa (Marktvolumen; Einsparpotenziale; Prognosen), Technische Innovationen bei WDVS, Nachhaltigkeit am Bau und der Bereich WDVS und Architektur. Zum ETICS Forum soll auch die erste Fassung der in der EAE gemeinsam erstellten Europäische Verarbeitungsrichtlinie für WDVS vorgestellt werden.


Nach den Berichten der Vorstandsmitglieder Carsten Beier (Finanzen) und Dr. Clemens von Trott (Öffentlichkeitsarbeit) präsentierten Technik-Vorstand Rüdiger Lugert und die jeweiligen Gremienleiter die aktuellen Projekte der Arbeitskreise (AK). Verantwortlich sind: Peter Schiffke (AK 2 EPS), Werner Mai (AK 8 Mineralwolle), Markus Kammerer (AK 10 Brandschutz), Dr. Frank Dratschmidt und Jens Schmidt (AK 12 Dübel), Oliver Berg (AK 13 Umwelt) und Markus Kammerer (AK 14 Normung und System).


Rüdiger Lugert, Helmut Pätzold und Dr. Wolfgang Setzler (v.r.) stellen die neue Schulungsmappe vor. (Foto: Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme)

Rüdiger Lugert wies auf die stetig wachsende Bedeutung der Gremienarbeit hin, die von insgesamt rund 60 Fachleuten aus den Mitgliedsunternehmen realisiert wird: »Diese Arbeit ist der Kern unserer Verbandstätigkeit und für die Weiterentwicklung der Branche unverzichtbar«, sagte Lugert. Dokumentiert sind die AK-Ergebnisse ebenfalls im Jahresbericht, der unter www.heizkosten-einsparen.de bestellt werden kann. Dies gilt auch für das neue Schulungshandbuch, das vom früheren Technik-Vorstand Helmut Pätzold komplett überarbeitet und nun zusammen mit der Begleit-CD als »WDVS-Schulungsmappe« vorgestellt wurde. Gedacht ist sie für den Einsatz in fachbezogenen Schulen, Aus- und Weiterbildungsstätten, Innungen, in Fachhandwerksbetrieben, Sachverständige und Planer sowie für die Mitglieder des FV WDVS. »Das Wissen über WDVS, deren Nutzung und Wirkung im Bereich der energetischen Gebäudesanierung zu steigern und dabei auch den Systemgedanken zu festigen sind wesentlich Ziele, die wir mit der neuen Schulungsmappe anstreben«, sagte Pätzold. Das Angebot diene ferner der Förderung der Verarbeitungsqualität und werkstoffgerechten Anwendung von WDVS und nicht zuletzt der Schaffung des Bewusstseins beim Auftraggeber, Planer und Fachunternehmen, dass die Verarbeitung von WDVS einer besonderen Ausbildung und Qualifikation bedarf.


Die Bedeutung von Environmental System Declarations (ESD) und Environmental Product Declarations (EPD) zur Ermittlung und Kommunizierung der Umweltperformance von WDVS steigt kontinuierlich. Der FV WDVS will als erster in der Branche die einzelnen EPDs in ESDs zusammenfassen und somit den verbraucherschützenden Systemzusammenhalt noch mehr stärken.


Dr. Peter Grochal erläuterte dem Auditorium Entstehungsgeschichte und Hintergründe dieser neuen Zertifizierungsprozesse und stellte den Bezug zum Marktgeschehen und zu den Nutzungsmöglichkeiten für die Mitgliedsunternehmen her. Der Druck jedenfalls wächst, so Dr. Grochal, da diese Inhalte feste Bestandteile der neuen Bauproduktenverordnung sein werden. Diese sei im Gegensatz zur jetzigen Bauproduktenrichtlinie für die Unternehmen verbindlich einzuhalten. Dass der FV WDVS hier konsequentes Nachhaltigkeitsmanagement betreibt wird auch daran deutlich, dass mit dem AK 13 Umwelt hier bereits seit mehr als einem Jahr ein eigener Arbeitskreis aktiv ist.


Der Münsteraner Fachanwalt für Baurecht, Dr. Marcus Brößkamp, erläuterte in seinem Vortrag die Grundlagen der Systemgebundenheit bei WDVS und daraus folgende Konsequenzen: »Wird ein WDVS nicht vollständig mit den systemzugelassenen Bestandteilen montiert, ist das bauaufsichtlich zugelassene System nicht gewahrt. Damit ist der Systemhersteller nicht mehr in der Verantwortung, sondern nur noch der Verwender – für alle sich hieraus ergebenden Mängel bis zum kompletten Rückbau und zur Neuerstellung.« Es sei weder rechtlich zulässig, noch technisch möglich, einzelne Systembestandteile auszuwechseln, so der Jurist. Nach den Worten von Geschäftsführer Dr. Wolfgang Setzler wird der FV WDVS dieses Thema in den nächsten Monaten noch verstärkt in der Fachöffentlichkeit kommunizieren.