12. Juli 2010

Sonnenschutz am Bau mit der UV-Card

Bundesweit verteilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt in diesem Sommer erstmals eine UV-Card auf Baustellen. "Ein Solarfeld auf der Karte verfärbt sich - je nach Sonneneinstrahlung. In nur 30 Sekunden weiß ein Bauarbeiter, welchen Lichtschutzfaktor er bei der Sonnenmilch nehmen muss", sagt Dietmar Schäfers. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG BAU spricht vom "Gesundheitsschutz im Scheckkartenformat".

(Foto: Andrea Kusajda/pixelio.de)

Im Laufe ihres Arbeitslebens seien Bauarbeiter - vom Maurer über den Gerüstbauer bis zum Straßenbauer - der Sonne so stark ausgesetzt wie kaum ein anderer Beruf. "Gerade diese Tage im Hochsommer sind brandgefährlich", sagt Schäfers. Er warnte davor, die UV-Belastung auf die leichte Schulter zu nehmen. Arbeiten in praller Sonne erhöhe das Hautkrebsrisiko enorm.

Unter freiem Himmel bei großer Hitze zu arbeiten, sei, so der IG-BAU-Vize, eine große körperliche Belastung: "Auf dem Bau fühlt sich der Sommer immer zehn Grad heißer an als im Liegestuhl." Mediziner warnten nicht umsonst vor harter Arbeit, wenn das Thermometer mehr als 30 Grad anzeige. Schutzlos ausgeliefert seien Bauarbeiter der Sonne aber nicht: "Neben der Sonnencreme und einer Sonnenbrille sind auch ein luftdurchlässiger Helm und UV-blockende Kleidung wichtig. Wer möglichst viel vom Körper bedeckt, hat schon eine Menge gewonnen", so Schäfers, der innerhalb des IG-BAU-Bundesvorstandes für den Arbeitsschutz zuständig ist.

An die Arbeitgeber appellierte Schäfers, für "Pausen im Schatten" auf den Baustellen zu sorgen. Ein einfaches Sonnensegel sei dabei oft eine gute Lösung. Darüber hinaus sollten die Chefs freie Getränke - wie Tee oder Wasser - zur Verfügung stellen. "Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten ist Chefsache - dazu sind die Arbeitgeber sogar per Gesetz verpflichtet", so der IG BAU-Vize.