17. Juli 2010

Vom Arbeitslosen zum Meister

Immer mehr Handwerksmeisterinnen und -meister nutzen aus einer - zumindest vorübergehenden - Arbeitslosigkeit heraus die Meistergründungsprämie des Landes Nordrhein-Westfalen für ihren Schritt in die Selbstständigkeit. Ihr Anteil liegt in diesem Jahr bei 63 Prozent der Förderfälle. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach der Starthilfe groß. Bis zum 30. Juni nämlich hat die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH), die das Programm im Auftrag des Landes abwickelt, 384 Prämien ausgezahlt. Das ist exakt die gleiche Zahl wie im ersten Halbjahr 2009.

„Wir haben also Grund zum Optimismus, dass wir auch in diesem Jahr das gute Ergebnis von deutlich über 700 unterstützten Gründungen im Handwerk erreichen“, zogen (die bisherige) Wirtschaftsministerin Christa Thoben und LGH-Geschäftsführer Reiner Nolten Zwischenbilanz. Ministerin Thoben sagte weiter: „Das ist gut für die Wirtschaft und die Verbraucher, es ist aber auch gut für den Steuerzahler. Schließlich ist das Programm nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch überaus kostengünstig.“

Stellten im langjährigen Mittel (2007 bis 2009) gut 51 Prozent der Meisterinnen und Meister ihren Förderantrag aus einer zeitweiligen Arbeitslosigkeit heraus, sind es im ersten Halbjahr 2010 63 Prozent gewesen. Der Anteil bei den Männern liegt bei 64,5 Prozent, der bei den Frauen bei 55 Prozent. In der Vergleichsperiode hatte sich nahezu kein Unterschied zwischen den Geschlechtern ergeben. Insgesamt bleibt die Quote der weiblichen Existenzgründer mit 22 Prozent erfreulich hoch. Sie liegt damit auch weiterhin über dem Anteil der Frauen an den Meisterprüfungen. Es sei „sehr erfreulich, wie viele junge Frauen die Gründungsprämie nutzen, um sich den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen“, meinte Ministerin Thoben. Unverändert sind die Angaben der Gründerinnen und Gründer, was die von ihnen geplanten Arbeitsplätze betrifft: 2,4 Stellen wollen sie im Durchschnitt schaffen oder erhalten. Nach Ablauf von drei Jahren, wenn von der LGH über den Erfolg der Förderung entschieden wird, sind im Mittel jedoch schon 3,8 Arbeitsplätze vorhanden. Im langjährigen Trend, den die LGH durch ihre regelmäßige Gründerforschung ermittelt, schaffen die Jungunternehmer sogar mehr als vier Arbeitsplätze (plus ihrem eigenen). In den gut 15 Jahren seit Einführung des Förderprogramms sind damit deutlich über 67.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert worden. Einen weiteren „sehr erfreulichen“ Aspekt rückte LGH-Geschäftsführer Nolten ins Blickfeld: „Unter den im Schnitt gut vier Arbeitsplätzen pro Förderfall sind dank des hohen und sehr früh einsetzenden Engagements der Firmen in Sachen Ausbildung immerhin 0,7 Auszubildende. Das können wir gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nur sehr begrüßen.“

In ihrem Koalitionsvertrag haben SPD und Grüne festgelegt, sie würden „das erfolgreiche Programm Meistergründungsprämie fortführen und im Dialog mit dem Handwerk durch weitere Initiativen ergänzen“.