28. Juli 2010

Kredithürde sinkt weiter

Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands setzt im Juli ihre Abwärtstendenz fort und sinkt den siebten Monat in Folge. Aktuell klagen 31,6% der befragten Unternehmen über eine restriktive Kreditvergabe durch die Banken. Im Vormonat waren es noch 34,0%. Vor genau einem Jahr – im Juli 2009 – erreichte die Kredithürde ihren bisherigen Hochpunkt in der Wirtschafts- und Finanzkrise mit 45,1%. Innerhalb eines Jahres ist sie somit um 13,5 Prozentpunkte gefallen. Die konjunkturelle Erholung in Deutschland wird von der Kreditpolitik der Banken momentan kaum gebremst.

Die Kredithürde ist im Juli – wie bereits im vergangenen Monat – über alle betrachteten Wirtschaftsbereiche hinweg gesunken, im verarbeitenden Gewerbe, im Bauhauptgewerbe und im Handel. Im verarbeitenden Gewerbe nahmen die Klagen über eine zurückhaltende Kreditvergabepraxis der Banken in allen Unternehmensgrößenklassen ab. Die Kredithürde sinkt für die großen Industriefirmen um 2,8 Prozentpunkte auf 36,7% und für die mittelgroßen Unternehmen um 2,9 Prozentpunkte auf 30,0%. Am stärksten nimmt sie für die kleinen Firmen ab. Bei ihnen fällt sie um 5,2 Prozentpunkte auf aktuell 30,5%.

Im Bauhauptgewerbe bewerten 38,2% der Befragungsteilnehmer den Kreditzugang als schwierig. Das sind 2,1 Prozentpunkte weniger als im Juni. Bei den Handelsunternehmen hat die Kredithürde um 1,5 Prozentpunkte auf 28,5% nachgegeben.

Hans-Werner Sinn
Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München

10-07-28 ifo Ausbau und Fassade - Kredithürde sinkt weiter