01. Januar 2016

Sind Sie Mitglied in der Innung?

Innung_2 Ausbau und Fassade - Sind Sie Mitglied in der Innung?

Warum haben Innungen mit einem antiquierten, oft als vorgestrig eingestuften Image zu kämpfen? Wer genauer hinschaut, erkennt die zahlreichen Möglichkeiten und Vorteile, die sich für Fachunternehmen durch eine Mitgliedschaft in der Innung erschließen können.

Auf die Gründe angesprochen, warum sie nicht in der Innung organisiert sind, antworten Handwerksunternehmer oft mit dem Argument, Innungen wären ­eine überholte und verstaubte Organisation. Doch warum hält sich eine ­solche Meinung selbst in Zeiten, in ­denen bei den WorldSkills, der internationalen Berufs-WM, der deutsche Teilnehmer im Stuckateur­gewerk Welt­meister wird?
Vielleicht liegt das jetzige Image der ­Innungen aber nur in einer nicht optimalen Darstellung ihrer Leistungen. Natürlich sind die Innungen indirekt Nachfolger der mittelalterlichen Zünfte, aber ihre Aufgaben reichen heute weit über die Aufgaben vergangener Zeiten hinaus. In erster Linie dienen die Handwerksinnungen als Heimat ihres jeweiligen Berufsstands. Hier kommen Kolleginnen und Kollegen zusammen und tauschen sich über ihre Sorgen und ­Nöte aus. Auch die gegenseitige Unterstützung bei großen Aufträgen, Kollegenhilfe und die Bündelung der Meinung in Richtung Öffentlichkeit und Verwaltung sind nicht von der Hand zu weisen.

Gütesiegel für Qualität
Die Innung ist der freiwillige Zusammenschluss selbstständiger Handwerker in einem Beruf. Sie ist die Basisorganisation der handwerklichen Selbstverwaltung. Der hohe Organisationsgrad der Betriebe in den Innungen ist Beweis für ihre fachliche Kompetenz. Mit der Mitgliedschaft erwerben die Betriebe ein Gütesiegel für handwerkliche Qualitätsarbeit, dem die Kunden vertrauen. Doch wie ist die Situation in einem durchschnittlichen Stuckateurbetrieb? Als Handwerksunternehmer sind Sie nicht nur Handwerker, sondern so ganz nebenbei auch noch Kundenberater, Vertriebschef, Personalleiter, Risiko­manager, Werbetexter, Einkäufer, Marketing- und Finanzmanager, Steuerfachgehilfe, Ausbilder und vieles mehr. Neben diesen beruflichen Anforderungen stemmen Sie noch viele ­weitere Aufgaben: Sie müssen sich selbst ver­sichern, etwa im Krankheitsfall, gegen Berufsunfähigkeit und nebenbei auch noch an ihre Altersversorgung denken.

Funktionierendes Netzwerk
Manche Handwerker können das scheinbar alles – oder bekommen es ­irgendwie hin. Aber irgendwie hinbekommen, das beweist die Praxis täglich, reicht heutzutage einfach nicht mehr aus. Die Märkte sind heute viel enger und komplexer geworden, wenn man beispielsweise nur an die stetig gestiegenen Anforderungen durch die EnEV, das EEG und andere Vorschriften denkt. Das Gute ist: Die meisten Stuckateurmeister wollen besser sein, als all diese Aufgaben irgendwie nur »hinzukriegen«. Selbstständige Stuckateurhandwerker, die eine Entlastung möchten und die Anforderungen, die der Beruf an sie stellt nicht nur irgendwie erfüllen möchten, sollten Mitglied in der Innung und in ihrem Fachverband sein. Denn Innungsmitglieder sind Teil eines starken Teams und Mitglied in einem funktionie­renden Netzwerk. Dort können sie jeder­zeit ­Informationen, Tipps und Rat von Experten des jeweiligen Bereichs bekommen. Individuell, kostenfrei und ganz wichtig: natürlich absolut vertraulich.

Plattform für Erfahrungsaustausch
Die Fachorganisation ist also wichtig für ihre Mitglieder. Sie bietet den ­Betrieben neben einem starken Rückhalt auch finanzielle Vorteile in vielen Bereichen. In der Summe können ­Innungs- und Fachverbandsmitglieder an zahlreichen Vorzügen teilhaben: Das können hohe Kostenvorteile durch Rahmenverträge, zum Beispiel bei ­Gewährleistungs-Bürgschaften, Fahrzeugbeschaffung, Versicherungs-Check, Telefonkostenoptimierung, Homepageerstellung und -pflege, Fachliteratur (Technisches Handbuch, Tarif, Richt­linien, Fachbücher, Merkblätter etc.), aber auch der wertvolle Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten, auch in Fachgruppen, Fachausschüssen sowie in zahlreichen Arbeitskreisen sein.
Diese Erfa-Kreise erfreuen sich seit Jahren – manche sogar seit Jahrzehnten – größter Beliebtheit. Neben der praxisgerechten und aktuellen Weiterbildung bieten die Treffen eine willkommene Plattform, um Informationen und ­Erfahrungen mit gleichgesinnten und meist gleichaltrigen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und damit ein überregionales Netzwerk zu bilden.

Steigerung des Ansehens
Als sehr wertvoll erweisen sich für die Innungs- und Verbandsmitglieder kos­tenfreie Beratungsleistungen zu den Themen ­Betriebswirtschaft, Recht (Bau-, Tarif- und Arbeitsrecht), Technik, Umwelt, Marketing, Image, Öffentlichkeitsarbeit, EDV und Software, Vorsorge und Prävention, Gefährdungsbeurteilungen, Unternehmenskrisen, Existenzgründung oder auch zur Nachfolgeregelung. Die Innung und die Verbände engagieren sich zudem in der Öffentlichkeits­arbeit, durch Image- und Pressekam­pagnen, Teilnahme an Qualitätsmanagement-Kampagnen und -Maßnahmen wie »Meisterhaft bauen« und »Gute-Bau­unternehmen.de« und tragen damit zu einer Steigerung des Ansehens bei.
Als Innungsmitglied profitiert man da­rüber hinaus von einer umfangreichen Unterstützung für das eigene Marketing durch Werbemittel mit hohem Wiedererkennungswert, exklusive Nutzung der Verbands-/Innungs-Logos und -Slogans, Bilder und Texte.

Vorteil durch Informationsvorsprung
Innungsmitglieder haben einen Informationsvorsprung und können Neuigkeiten aus der Branche stets im Mitgliederbereich der Innungs- oder Verbandshomepage nachlesen. Dazu gehören auch Newsletter-Services, Checklisten, Musterverträge, Merk­blätter sowie zahlreiche Vorlagen für die tägliche Arbeit, aber auch Warndienste vor Betrügern und unseriösen Anbietern.
Die Innungsbetriebe kümmern sich auch um das nötige Fachpersonal. In der Fachorganisation schaffen sie die Rahmenbedingungen für eine quali­fizierte Ausbildung und ein umfang­reiches Weiterbildungsangebot.
Sie ­sorgen durch Zusatzqualifizierungen, Seminare und Arbeitskreise für guten Berufsnachwuchs. Durch Einbindung in den jeweiligen Landesverband, den Bundesverband und den Zentralverband des Deutschen Baugewerbes kümmert sich die Stuckateur-Innung auch um die Interessenvertretung und Lobby-Arbeit gegenüber Politik und ­Industrie, um Richtlinien und Normung – auch international – und ist als Tarifpartei und im Sachverständigenwesen für die Weiterentwicklung des Stuckateur-Handwerks engagiert.

Verleihen Sie Ihrer Stimme Gewicht
Sie sind immer noch unschlüssig, ob sich eine Mitgliedschaft in der Stuckateur-Innung lohnt?  Vielleicht ist das noch ein weiteres überzeugendes Argument: Immer mehr Malerbetriebe, die sich auch in den Bereichen Putz, Stuck und Trockenbau betätigen, werden ­neben der Mitgliedschaft in der Maler-Innung auch Mitglied in der Stuckateur-Innung. Diese zusätzliche Beitragsbelastung würden diese Unternehmen sicher nicht in Kauf nehmen, wenn es sich nicht rechnen würde. Worauf warten Sie? – Werden Sie jetzt Mitglied in Ihrer Innung und verleihen Sie Ihrer Stimme mehr Gewicht!

Stephan Bacher,
Berater beim Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade

Ausgabe: 12/2013

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