09. August 2010

Markterholung bei Fertighäusern

Die Fertighausbranche profitiert von der sich erholenden Konjunktur. Weil viele Kunden lieber in Sachwerte investieren, als Spekulationsverluste auf den Finanzmärkten zu riskieren, klettern die Durchschnittspreise. So geht der Trend sogar zu mehr Quadratmetern, gehobenen Ausstattungen und ökologischen Baustoffen. Die Insolvenz der Kampa AG, einem ehemaligen Fertigbauriesen, scheint angesichts des Aufschwungs in Vergessenheit zu geraten.

Optimistisch trotz gestrichener Eigenheimzulage
"Trotz der gestrichenen Eigenheimzulage in Deutschland, durch die Aufträge weggebrochen waren, blickt die gesamte Branche wieder optimistisch in die Zukunft", erklärt Anselm Kipp vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) http://bdf-ev.de auf Anfrage von pressetext. Denn von den 45 Mitgliedern hat nach der Kampa-Pleite kein weiteres aufgeben müssen. Das Geschäft bleibt jedoch eine Herausforderung. 2009 ist der Bau von Wohnimmobilien um fast zehn Prozent eingebrochen. Dies bestätigt sich auch mit einem Blick auf die Statistik. Wie das Statistische Bundesamt für das abgelaufene Geschäftsjahr ermittelt hat, markiert der Bau von Wohnimmobilien mit 159.000 einen neuen Tiefstand. "Kaum nachgefragt wurden im vergangenen Jahr Ein- und Zweifamilienhäuser", weiß der BDF-Sprecher. In diesen beiden Segmenten fiel die Zahl der neuen Objekte um zwölf bzw. um 15 Prozent. Auch 2010 begann für viele Anbieter nicht wie gewünscht. Der lange Winter verzögerte im ersten Quartal häufig die zeitgerechte Montage.

Häuser als Wertanlage in der Krise
Umso stärker stieg die Nachfrage im ersten Halbjahr. Anbieter wie Fertighaus Weiss, Finger-Haus und Baufritz bauen eigene Kapazitäten inzwischen wieder aus, stellen neue Mitarbeiter ein und können neue Aufträge annehmen. Die Unternehmen profitieren trotz der gestrichenen staatlichen Förderprämie derzeit vor allem vom niedrigen Zinsniveau, das Baugeld verbilligt. Zudem werden Häuser als Inflationsschutz geordert, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. "Vor allem energieeffiziente Häuser werden immer öfter als Wertanlage gesehen", sagt Kipp gegenüber pressetext.