19. August 2010

KfW stellt Förderprogramme ein

Zum 31. August 2010 stellt die KfW die Förderung von Einzelmaßnahmen und von Sonderförderungen im Förderbereich »Energieeffizientes Sanieren« ein. Nach Angaben der KfW können die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel 2010 die unerwartet hohe und im Vergleich zum Vorjahr nochmals gestiegene Nachfrage nicht abdecken. Bestehen bleibt hingegen das Förderangebot für KfW-Effizienzhäuser.


In einer Stellungnahme kritisierte der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Prof. Dr. Karl Robl: »Die Bundesregierung fährt den Klimaschutz gegen die Wand. Es widerspricht jedweder Logik, ein derart erfolgreiches Programm nach acht Monaten einzustellen. Damit schadet die Bundesregierung unserem Klima, denn das Sanierungstempo wird sich deutlich verlangsamen.«


Robl warf der Bundesregierung vor, kein schlüssiges Konzept zur CO2-Reduzierung zu haben: »Denn in der Einsparung von Energie für Heizung und Warmwasser im Gebäudebestand liegt das größte Potenzial, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Gleichzeitig wird der Energieverbrauch drastisch gesenkt, so dass der Umstieg auf erneuerbare Energien schneller gelingen kann.«


»Wir kritisierten diese Entscheidung der Bundesregierung. Denn beide Programme werden intensiv in Anspruch genommen und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Die durch sie ausgelösten, um ein vielfaches höheren privaten Investitionen tragen ebenso zum Erhalt von Arbeitsplätzen in der mittelständischen Bauwirtschaft bei", so Robl.


Bis zum 30. Juni 2010 gab es im Programmbereich »Sonderförderung« bereits 176.435 Zusagen mit einem Volumen von 32 Millionen Euro, wogegen die Zusagen in 2009 knapp die Zahl 60.000 (mit einem Volumen von 12 Millionen Euro) erreichten. Das ist bereits im ersten Halbjahr eine Verdreifachung der Maßnahmen.


Im Bereich »Einzelmaßnahmen« gab es bis zum 30. Juni 2010 zirka 22.500 Zusagen mit einem Volumen von 930 Millionen Euro. Im Vorjahr lagen die Zusagen bei knapp 60.000 mit einem Volumen von fast 1.900 Millionen Euro.


Die hohe Inanspruchnahme der Förderprogramme im Bereich der CO2-Gebäudesanierung zeige, so die Bundesvereinigung Bauwirtschaft, wie wichtig es ist, Anreize für private Investitionen zu setzen. Die in 2011 beabsichtigte Kürzung der Haushaltsmittel in diesem Bereich auf nur noch rund 400 Millionen Euro werde den Sanierungsprozess der Wohngebäude in Deutschland deutlich verlangsamen. »Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die Akzente richtig zu setzen und die KfW-Programme zum Energie effizienten Bauen und Sanieren auf dem Niveau von 1,5 Milliarden Euro anzusiedeln«, sagte Robl.