24. August 2010

Handwerk: Langzeiterkrankungen nehmen weiter zu

Bei einem unveränderten Krankenstand von 4,3 Prozent setzten sich die Trends der vergangenen Jahre in der Gesundheitssituation des Handwerks auch im ersten Halbjahr 2010 fort: Psychische Erkrankungen und Muskel- und Skelettkrankheiten sind weiter auf dem Vormarsch. Dadurch nimmt auch die Zahl der Langzeiterkrankungen (über 42 Tage) zu. Durchschnittlich fehlte ein kranker IKK-Versicherter in Baden-Württemberg und Hessen im 1. Halbjahr 2010 mit 15,8 Tagen über einen Tag länger als 2006, dem Jahr des historisch geringsten Krankenstands.


Muskel- und Skeletterkrankungen – und darunter insbesondere Rückenbeschwerden – sind nach den Auswertungen der IKK Classic die Ursache von 27,7 Prozent der Krankheitstage – mit weiter steigender Tendenz, wie Albrecht Mayer, Vorstandsmitglied der IKK Classic, prognostiziert. Denn diese Krankheitsformen betreffen überdurchschnittlich viele ältere Arbeitnehmer: Bei den 50- bis 59-Jährigen machen sie rund ein Drittel und bei den über 59-Jährigen 41 Prozent aller Fehltage aus. Mit dem demographischen Wandel werden diese Altersgruppen in den kommenden Jahren auch im Handwerk in Baden-Württemberg und Hessen immer größer.


Mayer sieht zwei Ansatzpunkte, um diese Situation zu bewältigen: Das Betriebliche Gesundheitsmanagement und in besonderem Maß die individuelle Vorsorge jedes einzelnen Beschäftigten. In beiden Bereichen bietet die IKK Classic vielfältige Möglichkeiten – von der Arbeitsplatzanalyse im Betrieb bis hin zu individuellen Trainings zu Stressbewältigung, Ausgleichssport oder Ernährung. IKK-Versicherte werden im Rahmen eines Bonusprogramms für ihr gesundheitsbewusstes Verhalten zusätzlich belohnt.


Krankheitsursachen Nummer zwei und drei nach den Muskel- und Skeletterkrankungen sind im Handwerk Verletzungen und Vergiftungen mit 17,6 Prozent (im langjährigen Vergleich rückläufig: 20,0 Prozent im Jahr 2006; 2009: 17,2 Prozent) und Krankheiten der Atmungsorgane mit 13,1 Prozent (2006: 12,5 Prozent; 2009: 15,7 Prozent – dieser hohe Wert war auf die Grippewelle im Frühjahr 2009 zurückzuführen).


Auf Platz vier liegen psychische Erkrankungen mit 7,4 Prozent (im langjährigen Vergleich kontinuierlich ansteigend – 2006: 6,2 Prozent; 2009: 7,2 Prozent).