02. September 2010

Dem Bau drohen die Fachkräfte auszugehen

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine zentrale Herausforderung der Wirtschaftspolitik in den kommenden Jahren. Um die Probleme zu analysieren und Lösungen zu diskutieren hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle am 31. August hochrangige Wirtschaftvertreter zum Meinungsaustausch eingeladen. Die Gewinnung von geeigneten Nachwuchskräften wird nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes auch im Bauhauptgewerbe schwieriger. Die Entwicklung der Lehrlingszahlen im Bauhauptgewerbe war in den vergangenen Jahren leicht rückläufig. Zunehmend können Ausbildungsplätze aber nicht mit geeigneten Bewerbern besetzt werden.


ZDB-Präsident Dr. Hans-Hartwig Loewenstein begrüßt daher die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, da die demografische Entwicklung die Unternehmen der Bauwirtschaft vor hohe Hürden stellt.


Aktuell können im Baugewerbe zirka 27 % der offenen Stellen nicht mit Fachkräften besetzt werden. Diese Quote kann schnell steigen, wenn die Unternehmen in einer wirtschaftlich verbesserten Situation Personal brauchen. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Polieren. Hier können nur 60 Prozent der altersbedingt frei werdenden Stellen durch geeigneten Nachwuchs gedeckt werden. Dazu sagt ZDB-Präsident Loewenstein: »Der Geprüfte Polier als Qualifikationsnachweis ist ernsthaft bedroht.«


Da die Arbeit auf dem Bau trotz moderner technischer Hilfsmittel körperlich anspruchsvoll bleibt, ist auch das veränderte Renteneintrittsalter für die Unternehmen eine Herausforderung. Loewenstein: »Unsere Unternehmen kommen nicht umhin, sich um eine Sicherung der Erwerbsfähigkeit ihrer älteren Belegschaft zu kümmern. Der Fachkräftenachwuchs wird weniger.«