06. September 2010

Afghanistan: Heiz-Kühldecke wärmt Kinderhospital

10-09-06%20Knauf%20afghanistan1 Ausbau und Fassade - Afghanistan: Heiz-Kühldecke wärmt Kinderhospital
Hilfe für Afghanistan: Klaus Koch (Knauf Gips KG) überreicht den Spendescheck an Alfred Bircks (DTB Donau-Trocken-Bau GmbH). (Foto: Gabriel)

Aufgrund der fehlenden Heizmöglichkeit war das Kinderhospital Iree Salimi in Afghanistan bis vor kurzem nur in den Sommermonaten geöffnet. Eine von Knauf, Zent-Frenger und DTB Donau-Trocken-Bau unterstützte Initiative ermöglichte dem Krankenhaus jetzt den Einbau einer Heiz-Kühldecke, so dass künftig ganzjährig dort behandelt werden kann. Am 3. September überreichte Klaus Koch, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Knauf Gips KG, in Iphofen für das Projekt einen Spendenscheck in Höhe von 2000 Euro an Alfred Bircks, Geschäftsführer von DTB Donau-Trocken-Bau.

Immer wenn in Kabul der Winter hereinbrach, brachen für die kleinen Patienten des dortigen Kinderhospitals Iree Salimi dunkle Zeiten an. Dann nämlich war das von der Georg Dechentreiter Wohlfahrt Stiftung (GDWS) geleitete Hospital geschlossen, weil die Räume nicht beheizbar waren. Unter anderem dank der Initiative des Kiwanis Club Donauwörth hat das Krankenhaus nun eine Heiz- und Kühldecke erhalten, so dass dort künftig auch in den Monaten November bis März behandelt werden kann.


Eine Solaranlage auf dem Dach der Klinik liefert die Energie für die Heizung des Hospitals. Verteilt wird sie über eine mit Knauf Thermoplatten bekleidete Kühldecke von Zent-Frenger. Rund 3.000 Quadratmeter dieser Spezialkonstruktion garantieren künftig, dass das Kinderkrankenhaus inklusive der Nebengebäude, der Ambulanz und der OP-Säle, des Gästehauses, der Wäscherei und des Science-Hauses im Winter angenehm warm und im Sommer angenehm kühl gehalten werden kann.


Die Finanzierung des rund 800.000 Euro teuren Projekts war Gemeinschaftsarbeit: Die Dechentreiter-Stiftung, der Kiwanis-Club Donauwörth, das Auswärtige Amt, viele Sponsoren aus dem Allgäu, und nicht zuletzt die Lieferanten Zent-Frenger und Knauf trugen mit Geld- und Sachspenden dazu bei, dass der Plan einer Heizung für das Kinderhospital letztlich in die Tat umgesetzt werden konnte. Das Architekturbüro Sigi Geisser (Sonthofen) plante kostenlos ein zweckmäßiges Solarheizungskonzept. Wolfgang Hill, Geschäftsführer der DTB Donau-Trocken-Bau GmbH, flog zusammen mit zwei weiteren Monteuren vom 24. Mai bis 3. Juni persönlich nach Kabul, um dort einen Teil der Decken zu montieren und Einheimische anzulernen, so dass diese die Arbeiten fertig stellen können.


»Wobei es sich bei den afghanischen Monteuren um Gärtner, Putzkräfte und Pfleger des Krankenhauses gehandelt hat, die nun Hand anlegen, um ihr Hospital künftig ganzjährig betrei­ben zu können«, berichtet Hill. »Doch alle sind eifrig bemüht, um die Arbeiten optimal auszuführen und deutschen Standard zu erreichen«, freut er sich über das Engagement der Handwerker. Ein Dolmetscher stand dem deutschen Team ständig zur Seite, um Begriffe, Anweisungen und Fragen zu übersetzen. »Entsprechend liefen die Arbeiten zügig ab. Nur wenn ein Bauteil fehlte oder ein Detail vor Ort geändert wurde, musste improvisiert werden, da nicht auf das hierzulande übliche und umfangreiche Material- und Gerätelager zurückgegriffen werden konnte.


Während ihres Aufenthalts in Kabul wohnten die Monteure im Gästehaus der Klinik und freuten sich über die Gastfreundschaft ihrer Auftraggeber. »Angst vor Anschlägen hat keiner gehabt«, winkt Hill ab. Nur die ungewöhnte Höhe von Kabul und die auf die geringe Luftfeuchtigkeit zwischen fünf und zehn Prozent zurückzuführende überdurchschnittlich starke Staubentwicklung machte den Handwerkern zu schaffen. »Wir waren schneller erschöpft und müder als sonst«, berichtet er.


Wenn die Arbeiten vorbei sein werden, und das Krankenhaus seine Tore nun dauerhaft öffnen kann, wird alle Mühsal vergessen sein. Dann zählt nur noch, dass das Kinderhospital von Kabul seine kleinen Patienten von nun an immer behandeln kann – egal ob es draußen heiß ist oder eiskalt. In den Räumen garantiert die deutsche Heiz-Kühldecke von nun an immer eine gleichmäßige Temperatur.


Link zur Georg Dechentreiter Wohlfahrt Stiftung (GDWS): www.gdws.org/