15. September 2010

Geschäftslage im Bau: mal besser mal schlechter

Die Bauunternehmen im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes schätzen ihre Geschäftslage im August in den alten Ländern im Wohnungsbau und Gewerbebau noch einmal etwas besser ein als im Vormonat. Demgegenüber stellt sich die Lage im öffentlichen Bau –im Hoch- wie im Tiefbau – unverändert dar. Meldungen zu einer guten Geschäftslage bleiben hier fast völlig aus, angezogen haben die Meldungen zu einer unbefriedigenden Lage. Ganz überwiegend wird in allen Sparten eine befriedigende Lage gemeldet. Auch in den neuen Ländern zeigt sich die Lage im Wohnungsbau noch am besten. Im gewerblichen Bau und öffentlichen Bau überwiegen die verhaltenen Urteile.

Die Bautätigkeit wurde im Wohnungsbau ausgeweitet und blieb im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau überwiegend auf Vormonatsniveau. Das Beschäftigtenniveau gewann in den alten und neuen Ländern leicht hinzu.

Die Nachfrage nach Bauleistungen ist im Wohnungsbau gestiegen. Demgegenüber werden die Order im Wirtschaftsbau in den alten und neuen Ländern als unverändert charakterisiert. Während in den neuen Ländern im öffentlichen Bau von anziehender Nachfrage berichtet wird, bleibt eine Steigerung in den alten Ländern aus.

Die Auftragsbestände haben sich in den alten Ländern reduziert. Die Reichweite der Bestände lag im Hochbau nach 2,3 Monaten im Juli nun nur noch bei 2 Monaten im August. Auch im Tiefbau gab es einen Rückgang um 0,3 Monate von 2,0 auf 1,7 Monate. In den neuen Ländern haben sich die Auftragsbestände im Hochbau etwas verbessert auf 2,8 Monate (Vormonat 2,6). Im Tiefbau liegt das Niveau mit 2 Monaten besser als in den alten Ländern.

Die Geräteauslastung sank in den alten Ländern im Hochbau wiederum etwas ab, von gut 62% auf gut 60%. Deutlicher zurück fiel die Auslastung im Tiefbau von ca. 65% auf unter 60%. Die Geräteauslastung ist derzeit in den neuen Ländern mit 65% im Hochbau und knapp 70% im Tiefbau besser als in den alten Ländern. Bei den kurzfristigen Erwartungen für die nächsten drei Monate zur Geschäfts-, Auftrags- und Preisentwicklung zeigt sich in den alten Ländern im August eine stärkere Spreizung der Urteile. Während immer noch ganz überwiegend von gleich bleibenden Erwartungen gesprochen wird haben sich andererseits die Meldungen zu zunehmender und abnehmender Erwartung jeweils verstärkt. In den neuen Ländern ist die Stimmung demgegenüber eher verhalten. Die Auftrags- und Preisentwicklung wird abnehmend erwartet.

Ersatzbeschaffungen prägen das Bild bei der Investitionstätigkeit.

Der Facharbeitermangel bereitet besonders in den alten Ländern Sorge und führt zu Baubehinderungen. Meldungen über Zahlungsverzögerungen der Auftraggeber haben für weitere Behinderungen gesorgt. Bundesweit wurde wegen des häufigen Regens zudem von witterungsbedingten Behinderungen der Bautätigkeit berichtet.