20. September 2010

6,5 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im 1. Halbjahr 2010 bei den Amtsgerichten Baden-Württembergs 1.279 Unternehmensinsolvenzen entschieden. Das waren 89 Verfahren weniger oder 6,5 Prozent als im 1. Halbjahr 2009. 21,5 Prozent der Unternehmensinsolvenzen betrafen Handelsgeschäfte (275 Verfahren). Es folgt mit 13,1 Prozent oder 167 Verfahren das Baugewerbe sowie mit 159 Verfahren das Verarbeitende Gewerbe. Dabei ging aber die Zahl der Insolvenzen deutlich zurück: Im Verarbeitenden Gewerbe um 28 Prozent, im Handel um 15 Prozent; aber auch im Baugewerbe wurde mit –1,2 Prozent ein Rückgang festgestellt.

 

Gut ein weiteres Zehntel der insolventen Unternehmen waren Firmen des Bereichs Freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienste. Hier wurden mit 135 Verfahren nahezu gleich viel wie im Vorjahr registriert (5 Verfahren weniger). Im Gastgewerbe kam es im 1. Halbjahr 104-mal zur Insolvenzanmeldung, das waren 23 Fälle mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Bereich Verkehr und Lagerei wurden bei 88 Verfahren 27 Verfahren weniger als vor einem Jahr gezählt. Im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen wurden 82 Unternehmen insolvent.


Deutlich niedriger als im 1. Halbjahr 2009 lag die Zahl der unmittelbar von den Insolvenzen betroffenen Beschäftigten: Im 1. Halbjahr 2010 waren lediglich 5.639 Arbeitsplätze in Gefahr, vor einem Jahr waren es dagegen 12.795. 37 Prozent dieser Arbeitsplätze waren im Verarbeitenden Gewerbe, 24 Prozent im Handel, 10 Prozent im Baugewerbe und 8 Prozent im Bereich Verkehr und Lagerei. Jeweils gut 4 Prozent stellte das Gastgewerbe sowie der Bereich Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen. Die Forderungen der Gläubiger gegenüber der insolventen Unternehmen beliefen sich im 1. Halbjahr 2010 auf 1,1 Milliarden Euro. Lediglich 147 Unternehmen (11,4 Prozent) hatten mehr als eine Million Schulden. Dagegen hatten 348 Schuldner (oder 27,2 Prozent der insolventen Unternehmen) weniger als 50.000 Euro Schulden. In gut drei Viertel der Fälle (78 Prozent) war der Schuldner Antragsteller. Nur die Zahlungsunfähigkeit war bei drei Viertel der Fälle die Ursache für die Insolvenzanmeldung, in 22 Prozent der Fälle die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.