27. September 2010

Baunachfrage um 2,4 Prozent gesunken

Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes berichtet, ist der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 2,4 Prozent gesunken (real: –2,9 Prozent). Das ehemals gute Auftragsplus zu Beginn des Jahres schmilzt zusehends: Die Unternehmen konnten für die ersten sieben Monate nur noch ein Wachstum der Auftragseingänge von 3,1 Prozent verzeichnen. Auch die Umsätze sind – nach einem erstmaligen Plus im Juni – im Juli wieder zurückgegangen und zwar um 1,9 Prozent (Januar – Juli: –5,9 Prozent).


Der Hauptverband führt die unbefriedigende Entwicklung darauf zurück, dass die Kommunen im Hinblick auf ihre angespannte Haushaltssituation zu früh auf die Investitionsbremse getreten sind.


Die Auftragseingänge beim Öffentlichen Bau lagen im Juli um 12,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats (Januar – Juli: –3,4 Prozent). Auch die Umsätze gingen – nach einem schwachen zweiten Quartal – im Juli um weitere 3,4 Prozent zurück. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis Juli ergibt sich ein Rückgang von 3,2 Prozent.


Umso erstaunter ist der Hauptverband, dass das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr jüngst ein Plus von 20 Prozent bei den kommunalen Bauausgaben – die zwei Drittel der gesamten öffentlichen Bauausgaben ausmachen – veröffentlichte. Der Hauptverband führt diese gegenläufige Entwicklung darauf zurück, dass der bauwirtschaftliche Impuls aus dem zweiten Konjunkturprogramm überwiegend dem Ausbaugewerbe und weniger dem Bauhauptgewerbe zugute kommt.


Im Plus liegen nach wie vor die Ordereingänge im von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen Wirtschaftsbau. Der Auftragseingang nahm im Juli um 7,3 Prozent zu (Januar – Juli.: +8,7 Prozent). Allerdings hat sich das Tempo der Erholung etwas verlangsamt. Der Hauptverband befürchtet weiterhin, dass die Unternehmen mit Anspringen der Konjunktur lediglich Ersatzinvestitionen beziehungsweise Erhaltungsmaßnahmen vornehmen. Hinsichtlich der Erweiterungsinvestitionen werde aber noch abgewartet, ob es sich um einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung oder um ein Strohfeuer handelt. Dafür, dass die Bauunternehmen auf die Bauimpulse aus den Erweiterungsinvestitionen noch etwas warten müssen, spreche auch, dass der Wert der Baugenehmigungen im Wirtschaftsbau in den ersten sieben Monaten um 17,4 Prozent zurückgegangen sei. Auch die Umsätze liegen weiterhin im Minus: Sie sind im Juli um 3,5 gesunken (Januar – Juli: –11,8 Prozent).


Dagegen entwickelt sich die Nachfrage im Wohnungsbau – auch dank des CO2-Gebäudesanierungsprogramms – seit fünf Quartalen positiv. Auch im Juli konnten die Unternehmen ein Auftragsplus von nominal 4,4 Prozent verbuchen (Januar – Juli: +8,2 Prozent). Der Erholungsprozess schlug sich bereits in den Umsätzen nieder, die um 1,5 Prozent gestiegen sind (Januar – Juli: –1,1 Prozent).