29. September 2010

Bauwirtschaft: Geschäftsklima im September leicht aufgehellt

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests hat sich im Bauhauptgewerbe das Geschäftsklima im September geringfügig aufgehellt. Die Befragungsteilnehmer bewerteten ihre derzeitige Geschäftslage wieder etwas günstiger als im vorangegangenen Monat. Die weitere Geschäftsentwicklung schätzten die Unternehmen dagegen unverändert ein.

Die Gerätekapazitäten waren ähnlich gut wie im Vormonat ausgelastet; mit 70% (saison- und witterungsbereinigt) lag der Auslastungsgrad drei Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Die Reichweite der Auftragsbestände verlängerte sich im Durchschnitt der Bausparten; mit 2,5 Monaten (saison- und witterungsbereinigt) übertraf sie sowohl den Wert des Vormonats als auch den vergleichbaren Vorjahreswert um 0,1 Monate. Per saldo waren weiterhin rund 30% der Testteilnehmer mit der Auftragssituation unzufrieden. Nach den Angaben der Firmen zu schließen, konnten die Befragten die Preise leicht anheben; für die nächsten Monate rechneten sie mit leicht verringerten Preiserhöhungsspielräumen. Der Anteil der Unternehmen, die ihren Personalbestand aufstocken möchten, stieg etwas an.

Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima weiter aufgehellt. Dies ist so gut wie ausschließlich auf die im gewerblichen Hochbau tätigen Firmen zurückzuführen, die sowohl ihre Geschäftslage als auch die Geschäftsaussichten besser einschätzten. In den beiden anderen Hochbausparten waren kaum Veränderungen zu verzeichnen. Dabei wurden im öffentlichen Hochbau sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftsaussichten überdurchschnittlich schlecht eingeschätzt. Knapp 30% aller Testteilnehmer beklagten Behinderungen der Produktion, überwiegend wegen Auftragsmangel aber auch wegen ungünstiger Witterungseinflüsse (6%). Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten kletterte auf 72%, vor Jahresfrist waren es lediglich 68%. Die Reichweite der Auftragsbestände stagnierte im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Hochbau bei 2,2 bzw. 2,3 Monaten, im gewerblichen Hochbau verlängerte sie sich von 2,7 auf 2,8 Monate. Die Auftragsreserven waren im Durchschnitt der Hochbausparten mit 2,5 Monaten größer als vor einem Jahr (2,3 Monate). Die Firmenmeldungen deuten darauf hin, dass sie im Berichtsmonat höhere Preise durchsetzen konnten. Die Testteilnehmer gingen allerdings davon aus, dass die Preise in den nächsten Monaten weniger stark steigen dürften.

Bauwirtschaft (Ost)
Das Geschäftsklima trübte sich in den neuen Bundesländern geringfügig ein. Dies ist allein auf die Entwicklung im Hochbau zurückzuführen: Hier verschlechterten sich sowohl die Lageurteile als auch die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate. Jedes dritte Unternehmen berichtete über Behinderungen der Bautätigkeit. Der größte Teil (19%) gab Auftragsmangel als Grund hierfür an, darüber hinaus meldeten 12% Beeinträchtigungen durch ungünstige Wetterverhältnisse. Die Gerätekapazitäten waren etwas besser ausgelastet als im Vormonat. Mit 73% (saison- und witterungsbereinigt) wurde der Maschinenpark auch um drei Prozentpunkte intensiver genutzt als vor Jahresfrist. Die Reichweite der Auftragsbestände verharrte im Hochbau bei 1,8 Monaten. Im Tiefbau erhöhten sich die Auftragspolster von 2,2 auf 2,4 Monate. Die Firmenmeldungen deuten darauf hin, dass die Preise im Berichtsmonat vereinzelt angehoben werden konnten. In den nächsten Monaten dürfte sich der Preisanstieg fortsetzen. 10

Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen September 2010; Salden, saisonbereinigt. (Quelle: ifo Konjunkturtest)