29. September 2010

Kredithürde im Bauhauptgewerbe am stärksten gesunken

Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat im September erneut abgenommen. Sie fällt damit zum neunten Mal in Folge. Aktuell steht die Kredithürde bei 29,0%. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als im August. Deutschland bleibt die Kreditklemme erspart, unter der die Länder der südwestlichen Peripherie Europas leiden, weil die risikobewusster gewordenen Banken die deutschen Ersparnisse, die bislang überwiegend ins Ausland flossen, wieder verstärkt im Inland unterzubringen versuchen.

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Im verarbeitenden Gewerbe gelangen die großen und die mittelgroßen Firmen einfacher an Bankkredite. Bei den großen Unternehmen ist die Kredithürde um 1,2 Prozentpunkte auf 30,8% und bei den mittelgroßen um 0,5 Prozentpunkte auf 27,2% gesunken. Einzig für die kleinen Firmen ist der Kreditzugang etwas schwieriger geworden. Bei den Kleinunternehmen ist die Kredithürde um 0,8 Prozentpunkte auf 29,7% gestiegen.

Im Bauhauptgewerbe ist der Anteil an "Restriktiv"-Antworten am stärksten gesunken. Die Kredithürde hat hier um 3,6 Prozentpunkte auf 35,0% Prozent nachgegeben. Dagegen erhöhte sich im Handel die Kredithürde sehr leicht, um 0,4 Prozentpunkte, auf 26,8%.

Hans-Werner Sinn
Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München