30. September 2010

Bester Stuckateur-Azubi des Jahres fährt ein Jahr Smart


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Bitte einsteigen: Als »Azubi des Jahres« darf Guiseppe Anzalone ein Jahr lang umsonst Smart fahren. Die Kosten – bis aufs Benzin – übernimmt die Stuckateur-Innung Ludwigsburg.
(Foto: Stuckateur-Innung Ludwigsburg)

Im Rahmen der Gesellenlossprechung der Kreishandwerkerschaft Ludwigsburg am 21. September kürte die Stuckateur-Innung Ludwigsburg mit Giuseppe Anzalone ihren »Azubi des Jahres«. Als Anerkennung für sein Engagement erhielt er von der Innung für ein Jahr einen flotten Smart zur freien Verfügung. Die Ehrung soll als Motivation für Nachwuchs im Stuckateurhandwerk wirken.

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Obermeister Klaus Steidle erklärt: »Wir wollen Eigeninitiative und Leistung während der Ausbildung fördern und unseren engagierten Nachwuchs belohnen.« Die Auswahl des Azubi des Jahres hängt nicht, wie bei anderen Wettbewerben, allein von Einser-Noten ab. Gute schulische Leistungen müssen schon sein, bestätigt Klaus Steidle, aber ebenso zählen »Interesse am vielseitigen und interessanten Beruf des Stuckateurs, Engagement, Eigeninitiative im Besuch von ausbildungsbegleitenden Lehrgängen, ein spürbarer Wille zur Weiterbildung«, eine gültige Fahrerlaubnis und selbstverständlich eine erfolgreich absolvierte Ausbildung und Gesellenprüfung in einem Innungsbetrieb sowie die Übernahme oder Weiterbeschäftigung in einem Stuckateurmeisterbetrieb der Innung Ludwigsburg.


Giuseppe Anzalone erfüllte alle Voraussetzungen und wurde als erster mit dem Titel »Azubi des Jahres« gekürt.


Das Beispiel des 21-Jährigen zeigt, dass sich Engagement lohnt und es zeigt auch, dass es an jedem Einzelnen liegt, was er aus seinem Leben macht. Giuseppe hatte keinen leichten Start. Nach Grund- und Werkrealschule, deren Abschluss er nicht schaffte, ging er auf die Berufsvorbereitungsschule in Asperg, im IB (Bildungszentrum des Internationalen Bund). Bei einem Praktikum im Stuckateurbetrieb Bäuerle in Mundelsheim lernte er den Beruf des Stuckateurs kennen, bestand einen Eignungstest und erhielt einen Vertrag für die dreijährige Ausbildung. Als talentierter Praktiker hatte er Spaß an der Ausbildung und zeigte im rein handwerklichen Bereich sehr gute Leistungen. Nur mit der Theorie stand Azubi Giuseppe anfangs auf Kriegsfuß. Ausbilder Carsten Koffler zeigte Verständnis: »Er war bisher immer der Meinung, er könne nicht lernen. Sein eigentliches Problem war aber die deutsche Sprache. Das Gelesene zu verstehen und dann die Aufgaben in der Schule entsprechend umzusetzen beziehungsweise zu bearbeiten, machte ihm Schwierigkeiten.«


Dank Nachhilfe für Auszubildende schaffte er es aber, seine Leistungen kontinuierlich zu verbessern, bis hin zu einem Schulabschluss, den er als Fünftbester bestand. »Sein Beispiel zeigt, was man mit viel Ehrgeiz und Wille erreichen kann«, bestätigt Carsten Koffler und ist stolz auf seinen Azubi. Dieser wird vom Betrieb Bäuerle als Stuckateurgeselle übernommen, ein neuer Azubi nimmt seinen Platz als Lehrling im Betrieb ein. »Wir bilden in unserem Betrieb aus, um jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben zu geben und um Fachkräfte zu erhalten. Diejenigen Betriebe, die immer klagen, dass es zu wenige Fachkräfte gibt, müssen auch bereit sein, wenigstens eine Ausbildungsstelle zur Verfügung zu stellen« appelliert Carsten Koffler an alle Kollegen.


In der Rede des Jung-Gesellen, die traditionsgemäß ein Sprecher der ehemaligen Azubis während der Lossprechungsfeier hält, dankte Giuseppe Anzalone den »Berufsschullehrern, Meistern in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten, der Kreishandwerkerschaft und natürlich unseren Ausbildungsmeistern und Kollegen in den Betrieben und unseren Eltern, die diese Zeit der Ausbildung mit uns ausgehalten haben.« Dem Handwerksnachwuchs gab er den Rat mit auf den Weg: »Ich möchte euch alle zu Fort- und Weiterbildungen ermutigen und anhalten!«


Obermeister Klaus Steidle freut sich, dass der junge Stuckateurgeselle dem Handwerksnachwuchs diesen Rat gibt. Wenn junge Leute von ihren Erfahrungen berichten und als Vorbild fungieren, sei das authentischer, als wenn »Erwachsene«, quasi von oben herab, Appelle aussprechen. Das Beispiel von Giuseppe Anzalone zeige, dass jeder sein Fortkommen selbst in die Hand nehmen und sich erfolgreich weiter entwickeln kann, wenn er es denn nur will.


Und das Lernen geht weiter, worauf sich der Azubi des Jahres 2010 schon freut. Er weiß, was sich durch eigenen Lern- und Leistungswillen erreichen lässt und ist fest entschlossen, sein Fachwissen zu vergrößern und in seinem Traumberuf Stuckateur Karriere zu machen. Den Nachwuchsstuckateuren 2011 drückt er die Daumen, denn der Smart der Innung geht nächstes Jahr wieder an einen »Azubi des Jahres«. »Strengt Euch an«, motiviert Giuseppe Anzalone, »es lohnt sich!«