26. Oktober 2010

Studenten ergründen die Farben Berlins

10-10-25%20Sto%2010-82-Ostwald_G Ausbau und Fassade - Studenten ergründen die Farben Berlins
Zusammen Impulse für Ausbildung und Lehre vermitteln (von rechts): Prof. Dr. Johannes Meyser (TU Berlin), Prof. Klaus Palm (UdK Berlin), Uwe Koos (Sto AG), Julia Gustavus (Innung der Maler und Lackierer, Berlin), Reinhard Gubi (Leiter des Oberstufenzentrums) und Jürgen Waishar (Sto AG).. Die Stele in der Mitte zeigt Nobelpreisträger und Namenspatron Wilhelm Ostwald. (Foto: Sto AG/Christoph Große)

Studentinnen und Studenten der Farb- und Lacktechnik am Berliner Oberstufenzentrum (OSZ) wollen gemeinsam mit ihren Lehrern im Rahmen eines Praxisvorhabens »Die Farben Berlins« ergründen. Mit dem Symposium »Farbort Berlin« startete das Projekt an der Wilhelm-Ostwald-Schule. Gleichzeitig bildete es den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe, die von der Sto AG unterstützt wird. 70 junge Frauen und Männer werden das urbane Stadtbild erkunden und dokumentieren; damit engagieren sie sich auch bürgerschaftlich.


Die Kooperation der Fachschule mit der Industrie soll »an der Schnittstelle zwischen Idee und Ausführung positioniert« werden. Geplant sind gemeinsame Aktivitäten der Fachschüler mit Studenten Berliner Hochschulen sowie dem Deutschen Farbenzentrum. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden 2013 zur »Farbe« in Köln der Öffentlichkeit vorgestellt.


»Mit Begeisterung infizieren« will der Leiter des Oberstufenzentrums, Reinhard Gubi, durch das Projekt. Gemeinsam mit Uwe Koos, Leiter Strategisches Design und Kommunikation bei Sto, sowie dem Projektteam der Fachschule für Farb- und Lacktechnik Berlin hat er es auf den Weg gebracht. Nach dem Beispiel des Farbatlas Zürich und in Zusammenarbeit mit dem dortigen »Haus der Farbe« wird von Studentinnen und Studenten der Bestand an Fassaden, Stilistik und Materialien aufgenommen. Gebäude, Straßenzüge und Wohnquartiere, ja ganze Stadtbezirke werden abgebildet und so eine Typisierung Berlins anhand markanter Beispiele vorgenommen.


Das bundesweit erste Vorhaben dieser Art an einem Oberstufenzentrum soll Möglichkeiten eröffnen, wie eine Stadt die Verwendung von Farbe besser steuern kann. Junge Leute übernehmen Verantwortung, unterbreiten Vorschläge und mischen sich fundiert ein in die Diskussion um die Gestaltung urbaner Lebensräume. Damit erfährt das Projekt eine Dimension des bürgerschaftlichen Engagements und setzt identitätsstiftende Akzente. Gleichzeitig ergründen die Teilnehmer für sich berufliche Perspektiven, setzen sie sich doch mit Architektur, Fassadengestaltung und energetischem Status der Gebäude auseinander.


City-Branding – ein komplexe Aufgabe

Als hochgradig spannend bezeichnet Koos die Schnittstelle zwischen Architekt und ausführendem Handwerker, dessen Ausbildung mit der Geschwindigkeit des technischen Fortschritts eine ungeheure Komplexität erfährt. »Ich wünsche mir, dass die Berliner andere Ausbildungsstätten in der Bundesrepublik mit ihrer Begeisterung anstecken«, sagte er.


»Wer sich heute mit City-Branding befasst, übernimmt eine vielschichtige Aufgabe. Es geht um urbane Qualität, Identität, Historie und Ressourcenschonung«, betont Jürgen Waishar, Leiter des Fachbereichs Kundenevents bei Sto. Anhand konkreter Anwendungen veranschaulichte er die rasante Entwicklung im Bereich intelligenter Oberflächen und Wärmedämmverbundsysteme. »Bewusst bauen«, so Waishar, »generiert hohe Ansprüche an Aus- und Weiterbildung im Fachhandwerk. Das Projekt findet zu einem günstigen Zeitpunkt statt, stehen die jungen Leute doch vor beruflichen Weichenstellungen.« Und hier – das bestätigten die Pausengespräche – wird die Mitarbeit am Projekt »Die Farben Berlins« neue Impulse bringen. In der Runde war man sich einig: Hochqualifizierte Führungskräfte im Handwerk werden ebenso gebraucht wie engagierte Berufsschullehrer, Techniker oder ambitionierte Architekten und Designer.


Das Symposium ist die dritte Veranstaltung dieser Art am Kompetenzzentrum Farbtechnik und Raumgestaltung Berlin. Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt und von Industrieunternehmen wie Sto unterstützt. So werden bereits im Oktober spezielle Seminare für Technikerschüler, darunter zum Thema WDVS, stattfinden. Zum Projektteam gehören Kerstin Frenz, Anette Doumbouya, Jörg Radkowski, Mario Giese, Carsten Kayser und Frank Dreyer.



10-10-25%20Sto%2010-82-Straub_G Ausbau und Fassade - Studenten ergründen die Farben BerlinsMarkus Straube, Obermeister der Innung der Maler und Lackierer Berlin, freut sich über den Enthusiasmus der künftigen Farbtechniker, mit dem sie auf Entdeckungsreise durch die Hauptstadt starten. (Foto: Sto AG/Christoph Große)