29. Oktober 2010

Bauwirtschaft weiterhin mit guten Perspektiven

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe im Oktober verbessert. Die befragten Bauunternehmen waren allerdings mit ihrer derzeitigen Geschäftslage unzufriedener als im Vormonat. Die Aufhellung des Geschäftsklimas resultiert ausschließlich aus einer deutlich günstigeren Einschatzung der weiteren Geschäftsentwicklung.

Die Auslastung des Maschinenparks veränderte sich nur unwesentlich. Die Kapazitäten waren mit 70% (saison- und witterungsbereinigt) aber merklich besser ausgelastet als im Vorjahr (67%). Auch der Umfang der Behinderungen der Bautätigkeit hat sich im Vorjahresvergleich kaum verändert. Dabei gingen die Klagen über Auftragsmangel zurück (19 nach 26%), während die witterungsbedingten Beeinträchtigungen zunahmen (9 nach 2%). Die Auftragspolster blieben konstant. Im Durchschnitt der Bausparten übertraf die Reichweite der Auftragsbestande mit 2,5 Monaten (saison- und witterungsbereinigt) jedoch den vergleichbaren Vorjahreswert (2,3 Monate). Die Auftragssituation wurde von einem Viertel der Unternehmen als schlecht eingeschätzt; vor einem Jahr waren es noch rund 40%. Die Testergebnisse lassen erkennen, dass die Preise im Oktober etwas heraufgesetzt werden konnten. Nach Ansicht der Firmen durften sich die Preiserhöhungsspielräume in den kommenden Monaten vergrößern. Per saldo gingen die Unternehmen davon aus, in den nächsten Monaten den Personalbestand zu erhöhen.

Im Hochbau fielen die Urteile zur aktuellen Lage – mit Ausnahme vom öffentlichen Hochbau – etwas schlechter aus als im Vormonat. Die Perspektiven für die nächsten sechs Monate hellten sich jedoch sichtlich auf, vor allem im Wohnungsbau. Rund ein Drittel der Testteilnehmer meldete Behinderungen der Bauproduktion – überwiegend wegen fehlender Auftrage. Darüber hinaus gab sogar jeder Fünfte der Betroffenen Arbeitskräftemangel als Grund für die Beeinträchtigung an. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten sank geringfügig auf 71%. Die Maschinen wurden aber umfangreicher genutzt als im Vergleichsmonat des Vorjahres (68%). Die Auftragsbestände stagnierten im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Hochbau bei 2,2 bzw. 2,3 Monaten; im gewerblichen Hochbau sanken sie von 2,8 auf 2,7 Monate. Im Durchschnitt der Bausparten reichten die Auftragsreserven für 2,5 Produktionsmonate; vor Jahresfrist waren die Auftragspolster fast einen halben Monat kleiner (2,1 Monate). Demzufolge war auch nur noch ein Fünftel der Testteilnehmer mit der Auftragssituation unzufrieden. Nach den Firmenmeldungen zu schließen, wurden die Preise im Berichtsmonat angehoben. Für die nächsten Monate sahen die Unternehmen weiter Chancen für Steigerungen.

Bauwirtschaft (Ost)
Auch in den neuen Bundesländern hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die aktuelle Geschäftslage wurde von den befragten Unternehmen zwar zurückhaltender bewertet als im September; die Perspektiven haben sich jedoch nach der Einschätzung der Unternehmen deutlich verbessert. Dies trifft vor allem auf die Tiefbaufirmen zu. Der Auslastungsgrad der Geräte erhöhte sich um einen Prozentpunkt. Mit 74% (saison- und witterungsbereinigt) übertraf die Kapazitätsauslastung den Vorjahreswert sogar um 5 Prozentpunkte. 45% (Oktober 2009: 32%) der Unternehmen meldeten Beeinträchtigungen der Bautätigkeit; knapp die Hälfte davon wegen Auftragsmangel, ein Drittel wegen ungünstiger Witterungsbedingungen und ein Fünftel wegen Arbeitskräftemangel. Die Auftragsbestände schrumpften im Durchschnitt der Bausparten von 2,2 auf 2,1 Monate (saison- und witterungsbereinigt); vor Jahresfrist betrugen die Reserven nur 1,9 Monate. Im Berichtsmonat konnten die Firmen die Preise anheben. Sie gingen allerdings davon aus, dass die Preiserhöhungsspielräume in den kommenden Monaten wieder schrumpfen werden. Nach den Urteilen der Testteilnehmer werden sie in den nächsten Monaten den Personalbestand etwas vergrößern.