02. November 2010

Fenster- und Fassadenbranche bleibt optimistisch

Die Stimmung in der Fenster- und Fassadenbranche ist derzeit von Optimismus geprägt. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) für den Zeitraum Januar bis September 2010 sehen mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen die derzeitige Umsatzsituation besser als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. In der zuletzt durchgeführten Halbjahresumfrage lag dieser Wert noch bei 43 Prozent.


»Trotz allem rate ich zur Wachsamkeit«, so VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn. Zum einen falle das Konjunkturpaket II weg, das bis dato eine wesentliche Stütze der positiven Branchenentwicklung gewesen sei. Außerdem stünden für 2011 für die KfW-Förderung nur noch 435 Millionen Euro zur Verfügung. »Dazu kommen zwar wohl weitere 500 Millionen Euro aus dem Sondervermögen 'Klima und Energie', allerdings standen 2010 noch insgesamt 1,35 Milliarden Euro zur Verfügung und 2009 sogar noch 2,2 Milliarden Euro«, bekräftigt Tschorn.


Der Experte geht von einem leichten Rückgang der in Deutschland verkauften Mengen von rund 1,3 Prozent im kommenden Jahr aus, wobei er noch die größten Wachstumschancen im Neubau und im industriellen Nichtwohnbau sieht. »Grundsätzlich gilt unser Dank der Politik. Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt und das Thema ‚Energetische Modernisierung’ verinnerlicht. Allerdings sind nach Aussage vieler Fachleute mindestens fünf Milliarden Euro jährlich zur Erreichung der anspruchsvollen Ziele im Energiekonzept der Bundesregierung notwendig«, gibt Ulrich Tschorn zu bedenken.


Umsatz und Nachfrage werden positiv beurteilt
Derzeit geben die Zahlen noch Anlass zur Freude: Die aktuelle Konjunkturumfrage verdeutlicht, dass die Unternehmen der Fenster- und Fassadenbranche mit der Lage überwiegend zufrieden sind. Danach beurteilen 51 Prozent der Firmen die Umsatzlage besser, 40 Prozent gleich bleibend und nur 9 Prozent schlechter als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Außerdem stufen rund 60 Prozent der Befragten die Produktnachfrage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als besser ein, 30,5 Prozent sehen keine Veränderungen und nur rund 9,5 Prozent beurteilen die Lage schlechter. Die Segmente wie Rahmenmaterialarten, Neubau und Modernisierung, Wohnbau und Nichtwohnbau, entwickelten sich dabei unterschiedlich:


Der Fensterbereich kann etwas zulegen
In der Fensterbranche beurteilen rund 56 Prozent der befragten Unternehmen die Umsatzsituation als besser, rund 32 Prozent als gleich bleibend und rund 12 Prozent als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schlechter. Fenster mit dem Rahmenmaterial Holz haben weiter aufgeholt und zeigen ein ausgeglichenes Bild. Metallfensterkonstruktionen werden ebenfalls wieder etwas stärker nachgefragt, während sich Holz-Metall- und Kunststoff-Fensterkonstruktionen am Markt überdurchschnittlich gut positionieren konnten. »Die Gründe dafür sehen wir nach wie vor in den Anforderungen, die die Energieeinspar-Verordnung an die Hersteller stellt und in den stark differierenden Vertriebswegen«, so Tschorn. Der Aufwärtstrend dieser Rahmenmaterialien liege in den aktuell durchgeführten energetischen Modernisierungen von Wohngebäuden begründet.


Haustüren besser, Fassaden ausgeglichen, Wintergärten schlechter
Ein viel besseres Bild als in den ersten neun Monaten 2009 bietet die aktuelle Umsatzsituation der Haustürbranche. 47 Prozent der Unternehmen stufen die Lage als besser, rund 36 Prozent als gleich bleibend und nur 17 Prozent als schlechter ein. Recht ausgeglichen stellt sich die Situation bei den Fassadenkonstruktionen dar. 29 Prozent der Unternehmen sehen die Situation positiver, rund 33 Prozent stufen sie als gleich bleibend ein und 38 Prozent beurteilen die Umsatzsituation im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2009 als eher schlechter. Bei Wintergärten ist der Trend stark rückläufig. Zirka 10 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Lage positiver, rund 42 Prozent gleich bleibend und rund 48 Prozent sind der Meinung, dass sich die Lage verschlechtert habe.


Marktanreizkampagne als »Hilfe zur Selbsthilfe«
Um das aktuelle Umsatz- und Nachfrageniveau zu halten und den Einsparungen der Förderung entgegenzuwirken, hat der VFF eine umfangreiche Marktanreizkampagne aufgelegt. Unter dem Titel »Neue Fenster sparen Geld« werden der Fenster- und Fassadenbranche als »Hilfe zur Selbsthilfe« Kauf- und Vermarktungsanreize gegeben. Fünf verkaufsfördernde Themen – das erste mit dem Titel »Steuerbonus« läuft bereits erfolgreich – werden in Form von Aktionspaketen für die VFF-Mitgliedsunternehmen, deren Partner und damit der ganzen Branche angeboten. Sie sollen den Kunden auch in Zeiten knapper werdender staatlicher Mittel von den vielen Vorteilen moderner Energiesparfenster überzeugen – zusätzlich zu Verbesserungen in Komfort und Technik.


Informationen zur Kampagne unter www.neue-fenster-sparen-geld.de. Außerdem findet sich Wissenswertes über Fenster und Fassaden unter www.window.de.