03. November 2010

Sonderschauen auf der BAU 2011 machen Technik erlebbar

Die Leitthemen der BAU 2011 – Nachhaltig bauen, generationengerecht bauen, Forschung und Innovation, Aus- und Weiterbildung – werden auf Sonderschauen veranschaulicht. Materialien, Techniken und Systeme werden so quasi erlebbar. Messebesucher können sich einen Überblick verschaffen, wie der Stand von Forschung und Entwicklung ist und welche Herausforderungen noch zu bewältigen sind.

Green Envelope – Nachhaltig Bauen mit Fenstern, Fassaden und Türen
Die Sonderschau des Forschungs- und Prüfungsinstituts ift Rosenheim in Halle C4 zeigt, wie mit Fenstern, Fassaden und Türen innovative Energiegewinnhäuser und nachhaltiges Bauen realisiert werden können. Planer, Bauherren und Investoren erhalten produktneutrale Informationen zu Technik, zukünftigen Anforderungen und notwendigen Nachweisen (z.B. über Nachhaltigkeit), die für die Investitionsentscheidung wichtig sind. Exponate führender Hersteller demonstrieren, wie zukunftssichere Technik aussieht und welche Möglichkeiten mechatronische Komponenten bieten. Anhand der ausgestellten Bauelementen werden die Kriterien der Nachhaltigkeit erläutert. Es geht darum, wie technische Kennwerte als Grundlage für geforderte Zertifikate (DGNB, LEED, BREEAM) ermittelt werden.

Generationengerecht bauen – wirtschaftlich, flexibel, barrierefrei
In dieser Sonderschau in Halle A 4 geht es darum, wie generationengerechtes Bauen in der Praxis aussehen kann, welche Planung, Produkte und Materialien es erfordert. Die BAU präsentiert die Sonderschau gemeinsam mit der GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik ® . Anhand eines Modellhauses, das eigens für die BAU entwickelt wurde, wird dargestellt, wie man so bauen und planen kann, dass Gebäude und Wohnumfeld für mehrere Generationen nutzbar werden - ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Intelligentes Bauen
ist der Titel einer Sonderschau der Fraunhofer-Allianz Bau, auf der 16 Innovationen aus der Bauforschung präsentiert werden. Entlang der systematischen Betrachtung von Gebäuden – vom Werkstoff, über Bauteil, Raum und Gebäude bis hin zur kompletten Siedlung – haben die Besucher der BAU 2011 die Möglichkeit, sich unter den Leitthemen „intelligentes planen“, „intelligentes bauen“ sowie „intelligentes nutzen“ über die neuesten Produkt- und Systemlösungen der Fraunhofer-Gesellschaft zu informieren. Von der parametrischen Planung über innovative Werkstoffe und Fügetechniken bis hin zur Schadendiagnostik und Raumkonditionierung kann der Besucher einen Blick auf die Lösungen der Zukunft in der Fraunhofer-Stadt werfen.

Textile Architektur
Der Einsatz von Folien oder Membranen in der Architektur ist erst durch spektakuläre Gebäude bekannt geworden. Aufsehen erregte in den 70er Jahren das berühmte Zeltdach des Münchner Olympiastadions. Ein Beispiel neueren Datums ist das Dach der 2005 fertig gestellten Münchner Allianz Arena, in der der FC Bayern seine Spiele bestreitet. Es besteht aus 1056 Luftkissen, die wiederum aus einer nur 0,2 mm dicken ETFE-Folie hergestellt wurden. Im architektonischen Alltag jedoch ist der Einsatz von Gewebe- und Folienprodukten wenig verbreitet. Die BAU macht deshalb in einer Sonderschau auf diese innovative Bautechnik aufmerksam. In der Sonderschau „Textile Architektur“ werden innovative Gewebe- und Folienprodukte präsentiert. Als Ausstellungsfläche dient ein aus 12 Einzelsegmenten bestehender Torus, in dem innovative Hersteller, Verarbeiter, Ingenieure und Gestalter hochwertige Materialien präsentieren. Die BAU realisiert diese Sonderschau in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Leichtbaukunst“

Gebäude der Zukunft
ist der Titel einer zweitägigen Veranstaltung (am 18. und 19. Januar 2011) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), bestehend aus einem Forschungssymposium mit Ausstellung. Die Veranstaltung präsentiert Konzepte, Technologien und Planungsmethoden für die Gebäude der Zukunft. Forschungs- und Projektteams geben am ersten Veranstaltungstag Einblicke in neueste Entwicklungen und Methoden: Strategien für mehr Nutzerkomfort und optimierte Betriebsführung, neue Methodik und Ergebnisse zur ganzheitlichen Wirtschaftlichkeitsanalyse, Trends in der Gebäude und Anlagensimulation sowie neue Bauteile und Systeme für Gebäude. Komplettiert wird dieses Programm durch eine Keynote zum Thema „Next Steps – Politische, wirtschaftliche und städtebauliche Trends im europäischen Kontext“. Am zweiten Tag präsentieren vier deutsche Hochschulteams ihre experimentellen Wohnhausprojekte, die im Juni 2010 beim Hochschul-Wettbewerb „Solar Decathlon Europe“ (SDE) n Madrid Spitzenplätze belegen konnten. Ziel des architektonischen Zehnkampfs waren Netto-Nullenergiegebäude, die auch in den Disziplinen Architektur, Gebäudetechnik, Komfort und Nachhaltigkeit überzeugen können. Das Gebäude der Hochschule Rosenheim belegte beim SDE den zweiten Platz. Es wird auf dem Freigelände der BAU aufgebaut und kann dort besichtigt werden. Die Podiumsdiskussion am Ende des zweiten Tages zum Thema „Das Nur-Strom-Haus als Zukunftsmodell?“ lässt eine spannende und kontroverse Diskussion erwarten. Die Teilnahme an der zweitägigen Veranstaltung schließt den Besuch der BAU 2011 mit ein. Weitere Infos und eine Anmeldemöglichkeit gibt es unter www.enob.info/de

Fachliches Begleitprogramm. BAU plus
Neben den Präsentationen der Aussteller bietet die BAU auch 2011 wieder ein exklusives fachliches Begleitprogramm. BAU plus! – unter diesem Motto wird 2011 fortgeführt, was sich 2009 bewährt hat. Drei hochkarätig besetzte Foren dienen den Messebesuchern als – kostenlose – Informationspools. Die mitten im Messegeschehen platzierten Foren sind frei zugänglich. Und: Alle Vorträge werden simultan deutsch/englisch übersetzt!

Das Forum Intelligentes Bauen in Halle B0 schlägt die Brücke von der Sanierung, Renovierung und Modernisierung von bestehenden Gebäuden bis hin zur Realisierung von High-Tech-Gebäuden mit modernster Technologie.
In mehr als 50 Vorträgen kommen Experten aus Wissenschaft, Industrie und Wohnungswirtschaft zu Wort. Das Forum richtet sich praktisch an die gesamte BAU-Community, vom Investor bzw. Bauherrn über den Planer und Architekt bis hin zum Handwerker. Ein Schwerpunkt in diesem Forum ist die Modernisierung und Instandhaltung von Gebäuden. Zahlreiche Unternehmen generieren damit einen Großteil ihres Umsatzes. Rund 50% der Bauleistungen in Europa werden im Bestand erbracht – Tendenz weiter steigend. Inhaltlich wird dieser Teil des Forums vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung gesteuert. Der zweite Teil des Forums beschäftigt sich unter der Headline „Zukunft Bau“ mit Forschungs- und Förderinitiativen. Das deutsche Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt entsprechende Projekte vor. Die Fraunhofer Allianz Bau, bestehend aus 16 Instituten, stellt ebenfalls ihre Forschungsarbeit anhand konkreter Projekte vor. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Themen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Das Forum „MakroArchitektur“ in Halle A6 beleuchtet die Rolle des Architekten in Gegenwart und Zukunft. Vormittags stellen Architekten und Unternehmensvertreter gemeinsame Projekte vor. Motto: „Architekt und Industrie im Dialog.“ Die BAU realisiert diesen Teil des Forums mit der Architektur-Zeitschrift AIT, dem Bund Deutscher Innenarchitekten, dem Holzbauunternehmen Egger und dem Bauchemie-Produzenten Mapei. Nachmittags werden die Ergebnisse interdisziplinärer Grundlagenforschung präsentiert. Dabei geht es darum, welche Folgen Megatrends wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung künftig auf Architektur, Produkte und Prozesse haben. Motto: „Zukunftsforschung in der Architektur“. Die Realisierung dieses Trendboards geht zurück auf eine Kooperation mit der Architekturzeitschrift DETAIL. Partner auch bei diesem Projekt sind das Holzbauunternehmen Egger und der Bauchemie-Produzent Mapei.

Im Forum „Zukunft des Bauens“ in Halle C2 werden namhafte Planer, Architekten und Bauingenieure aus aller Welt anhand von Projektbeispielen erläutern, wie das Bauen und Gestalten der Zukunft aussieht. Täglich wechselnd geht es um Themen, welche die Zukunft des Bauens maßgeblich beeinflussen werden: Klimaneutral - Arbeiten und Wohnen in der Zukunft (Montag); Zukunftsmodell Großstadt (Dienstag); Bauen 2.0 – grün und zertifiziert (Mittwoch); Universal architecture – universal design (Donnerstag); Haus hoch n – parametrisiertes Planen und Bauen (Freitag); Emerging Stars (Samstag). Das hochkarätig besetzte Forum ist ein echtes Aushängeschild der BAU. Es wird in Kooperation mit dem Bauverlag und der Bundesarchitektenkammer sowie mit der Unterstützung einer Reihe von Industriepartnern (BetonMarketing Deutschland, Deutsche Steinzeug, Saint-Gobain) realisiert.