01. Januar 2016

Vorschläge von Mitarbeitern

Helfensteiner_2 Ausbau und Fassade - Vorschläge von Mitarbeitern

In Handwerksbetrieben bieten Ideen von Mitarbeitern eine gute Möglichkeit, besser zu werden. Es gibt Vorzeigeunternehmen im Stuckateur- und Malerhandwerk, in denen seit Jahren ein betriebliches Vorschlagswesen von der Geschäftsleitung gefördert wird.

Jedes Unternehmen hat die Aufgabe, sich weiterzuentwickeln. Stillstand ­bedeutet bekanntermaßen Rückschritt. Gerade in Handwerksbetrieben bieten die Ideen der Mitarbeiter eine gute Möglichkeit, besser zu werden. Vorausgesetzt, die Mitarbeiter kommen zu Wort. Es gibt Vorzeigeunternehmen im Stuckateur- und Malerhandwerk, in ­denen seit Jahren ein betriebliches Vorschlagswesen von der Geschäftsleitung gefördert wird. Auch andere Branchen nehmen Ideen der Mitarbeiter gleichermaßen in die Pflicht. In guten Fachbetrieben sind Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter fast schon ein kleiner, sportlicher Wettbewerb. Mit moderierter Ideenfindung im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, wie er vielfach in Großbetrieben gesteuert wird, haben diese Vorschläge allerdings nur indirekt zu tun. Es geht vielmehr um spontane Ideen, Einfälle oder Impulse der Mitarbeiter, die helfen, das Unternehmen nach vorne zu bringen.

Verbesserungspotenziale finden
Verbesserungsvorschläge kann es in ­unterschiedlichsten Bereichen des ­Unternehmens geben. Es können durchaus Tipps von anderen Betrieben, ­Gewerken oder Branchen sein, die zum Beispiel geringfügig angepasst werden. Egal, ob es um die Qualitätsverbesserung, Kosteneinsparung, Fehlervermeidung, Optimierung der betrieblichen Abläufe oder die Vereinfachung von Arbeits­methoden geht – Beispiele gibt es in ­jedem Unternehmen, um die Effizienz und Produktivität zu verbessern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein großes Unternehmen oder einen Kleinbetrieb handelt. Die Ideen müssen auch nicht zwingend neu sein. Bei den Vorschlägen der Mitarbeiter geht es nicht um schutzfähige Erfindungen, Patente oder sonstige ­Inno­vationen. Es geht vielmehr darum, ­Lösungswege für eine betriebliche Schwachstelle aufzuzeigen, um das ­Arbeiten und die Betriebsabläufe ein­facher, schneller oder zum Beispiel ­sicherer zu machen.

Gradmesser für Innovationskraft
Wichtig ist, dass die Ideen der Mitarbeiter freiwillig eingebracht werden. Dabei darf es durchaus auch über den eigenen Aufgabenbereich hinausgehen. So ­bieten auch Schnittstellen zwischen verschiedenen Bereichen des Unternehmens, zum Beispiel von der Baustelle ins Büro oder zurück, überall Verbesserungspotenziale. Um Ideen einbringen und verwerten zu können, muss ein betriebliches Vorschlagswesen klar und deutlich von der Geschäftsleitung ­gefordert und erwünscht sein.
Letztlich ist ein vom ­Unternehmer ­gefördertes Vorschlagswesen auch ein Gradmesser für die ­Innovationskraft und Firmenkultur. Die Grundidee des Vorschlagswesens ­könnte im Rahmen einer Schulung oder Betriebsversammlung thematisiert und über eine kleine Betriebsvereinbarung schriftlich festgehalten werden. Dort könnte auch vereinbart werden, wie gute Vorschläge belohnt werden. Jedem Mitarbeiter muss dabei klar sein, dass nicht alles, was wünschenswert wäre, auch umgesetzt und verwertet werden kann.

Belohnungssystem einrichten
Die betriebliche Praxis zeigt, dass die Einsparungen der Verbesserungsvorschläge meist größer sind als die Kosten für Prämien. Konsequent wäre insofern, eine Prämie an eingesparten Kosten zu orientieren. So könnte beispielsweise zehn oder zwanzig Prozent einer Kos­teneinsparung als Vorschlagsprämie ausgelobt werden. Als Belohnung ­bieten sich auch persönliche Aufmerksamkeiten oder Sachprämien an. Es gibt Unternehmen, die regelrechte Aktionen zwischen den Mitarbeitern durchführen, um dadurch gute Verbesserungsvorschläge zu bekommen. Dass ein gutes Vorschlagswesen mit kombiniertem ­Belohnungssystem gut für das Image des Betriebes ist, ist ein Zusatznutzen.

Abläufe werden verbessert
Ein gegenüber neuen Ideen aufgeschlossener Chef und eine Firmenkultur, in der auch ungewöhnliche Vorschläge unvoreingenommen auf den Tisch kommen, sind die beste Grundlage für ein erfolgreiches Vorschlagswesen. Wenn die Geschäftsleitung die Mitarbeiter ­dabei unterstützt, hat dies auch viel mit der Zufriedenheit und Motivation der Belegschaft zu tun. Umgekehrt kann die Kreativität der Mitarbeiter nur richtig gefördert werden, wenn das Betriebs­klima stimmt. Letztlich hilft ein Vorschlagswesen, Kosten im Unternehmen zu reduzieren und die Qualität der Produkte, Dienstleistungen und Abläufe zu verbessern. Niemand kennt die Strukturen und Abläufe im Betrieb besser als die eigenen Mitarbeiter. Streng genommen sind die eigenen Mitarbeiter die besten Betriebsberater. Vorausgesetzt, die Geschäftsleitung nimmt ihre Ideen und Vorschläge ernst.

F. Helfensteiner

Abbildungen: Fotolia                                                                                                            Ausgabe: 3/2013

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