06. April 2017

Spielfeld Arbeitsplatz

Helfensteiner_April Ausbau und Fassade - Spielfeld Arbeitsplatz
Foto: Fotolia
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Mannschaftssportler zeigen Woche für Woche, dass es mehr auf das Team als auf die individuellen Fähigkeiten der Einzelnen ankommt. Die richtige Einstellung, der Trainingszustand aber auch die Tagesform sind entscheidend. Vergleichbare Erfolgsfaktoren lassen sich auch auf Firmen übertragen.

Gute Einzelkönner sind ohne Frage wichtig. Nicht umsonst investieren Spitzenteams für Topathleten und Jungtalente sehr viel Geld. Meist geht aber die Mannschaft als Sieger vom Platz, die als Team besser harmoniert. Deshalb kommt heute fast keine Stellenanzeige ohne das Wort »Teamfähigkeit« aus. Die Anforderungen, in einer Gruppe zum Nutzen des Unternehmens zu arbeiten, stehen ganz oben auf der Wunschliste. Doch in der betrieblichen Praxis lauern auf dem Spielfeld des Arbeitsplatzes viele Stolpersteine.

Geht man diesen genauer auf den Grund, zeigt sich, dass der Schlüssel für den Erfolg von Teamarbeit immer im Aufbau von Vertrauen liegt. In der ­Arbeitswelt wird Vertrauen durch vielfältigste Kommunikation und Körpersprache gebildet, das sich positiv auf die Einstellung und das Sicherheits- und Zusammengehörigkeitsgefühl auswirkt. Es zeigt sich, dass diese Faktoren der sozialen Zusammenarbeit in Teams, die weitestgehend nur noch digital kommu­nizieren, viel zu kurz kommen. Im Extremfall wird die menschliche Komponente durch förmlichen Datentransfer, kurze E-Mails und knappe Telefonate weitestgehend ausgeklammert. Letztendlich sinkt die Motivation. Die Leistung lässt nach. Geplante Ziele werden verfehlt. Am Ende findet sich keiner mehr im Projekt wieder. Vom Stolz auf die eigene Leistung hat man sich längst verabschiedet. Allein dieses kleine Beispiel macht deutlich, welchen Stellenwert Kommunikation, Teamgeist und Führungskultur haben.

Problemfall Egozentriker

Einer für alle, alle für einen. Das Motto der drei Musketiere gilt nicht nur für Mannschaftssportler. Persönliche Ziele werden zum Wohle der Gruppe zurückgestellt. Eigene Erfolge als Stärke der Gruppe herausgestellt. Wer diese Grundprinzipien nicht beherrscht, wird nie ein Teamspieler. Leider gibt es wie überall Menschen, die sich auf Kosten anderer profilieren, mit den Ellenbogen arbeiten, sich über andere stellen oder immer und überall das Sagen haben wollen. Mit solchem Verhalten wird jedoch der Erfolg der kompletten Einheit geschwächt. Man weiß vom Sport, dass gute Athleten schlechter abschneiden, wenn sie auf ­eigenwillige Stars treffen. Die Leistung wird zurückgenommen, weil sie frustriert werden.

Große Gruppen – große Probleme

Schwierig für den Teamgeist sind vor allem größere Einheiten. In der Masse kann sich der Einzelne leicht hinter anderen verstecken und es sich bequem ­machen. In der Praxis zeigt sich, dass sich der Einzelne weniger anstrengt, je größer die Gruppe ist. Die Leistung nimmt ab. Das schlägt sich auf die Motivation nieder und schließlich auf die Produktivität. Ein Teamkollege wird die Arbeit schon machen. Große Teams fordern außerdem das Harmoniebedürfnis. Was sich zunächst gut anhört:  Je mehr Menschen jedoch zusammen sind, desto schneller werden gute Ideen und im Zweifelsfall Entscheidungen blockiert. Baustellen werden schlechter vorbereitet. In vergleichbaren Situationen ist die Konsequenz des Chefs gefragt. Wichtig ist, dass klare Aufgaben zugeteilt werden. Der Erfolg muss am Ende messbar sein und darf nicht im großen Mischmasch verschwinden.

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