16. Dezember 2010

Handwerkerpraktika in Entwicklungsländern

Junge Handwerkerinnen und Handwerker aus Nordrhein-Westfalen können jetzt persönliche und berufliche Erfahrungen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sammeln. Die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) und InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung – bieten ihnen die neue Zusatzqualifikation »Junge Handwerker in der Entwicklungszusammenarbeit« an, bei der ein mindestens vierwöchiges Praktikum in einem Hilfsprojekt in Afrika, Asien oder Lateinamerika im Mittelpunkt steht.


Die Projektaufenthalte finden zunächst in Südafrika, Burkina Faso oder Namibia statt und werden von erfahrenen, entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen aus NRW gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort koordiniert. »Beide zusammen gewährleisten die Betreuung der jungen Handwerkerinnen und Handwerker und sind auch bei ganz praktischen Dingen wie der Flugbuchung oder mit Hinweisen zu Impfungen behilflich«, erläutert Thomas Klein von InWEnt zum Ablauf. In den Hilfsprojekten gehe es beispielsweise um Bau- und Renovierungsarbeiten in Schulen, Sozialbauten oder einem Pfadfinderzentrum. Zuvor werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in mehreren Seminaren auf ihr Praktikum vorbereitet. Inhalt sind unter anderem die interkulturelle Kompetenzbildung, die Rolle des Handwerks in einem Entwicklungsland sowie eine landeskundliche und projektbezogene Vorbereitung.


Zu den Kosten für die Reise und den Aufenthalt im Zielland erhalten die Teilnehmer der Qualifizierung einen Zuschuss aus dem NRW-Förderprogramm »Konkreter Friedensdienst«. Es besteht seit fast 25 Jahren und richtet sich an junge Menschen, die ihren Wohnsitz in NRW haben. »Bisher wurde dieses Angebot ganz überwiegend von Studierenden und Schülern wahrgenommen«, berichtet Programmverwalter Andreas Hennig von InWEnt. »Über die neue Zusatzqualifizierung möchten wir nun aber verstärkt auch junge Menschen aus der Dualen Berufsausbildung ansprechen.« Kosten für die Vorbereitungsseminare fallen nicht an, denn diese werden durch eine Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernommen.


Die Zusatzqualifizierung richtet sich an volljährige Auszubildende ab dem zweiten Lehrjahr und an Gesellinnen und Gesellen, die das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. »Wir freuen uns über das neue Angebot, denn es zeigt jungen Menschen, wie vielseitig eine Ausbildung im Handwerk eingesetzt werden kann«, erläutert LGH-Bildungsexperte Thomas Waxweiler. »Aus der Erfahrung mit Auslandspraktika von Auszubildenden heraus wissen wir zudem, dass auch die heimischen Betriebe von den neu gewonnenen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter profitieren werden.«


Der Bewerbungsschluss für den nächsten Durchgang ist am 31. Januar 2011.


Nähere Informationen zur Zusatzqualifizierung, zum Bewerbungsverfahren und zu den Kontaktadressen:
www.juha-ez.de