03. Januar 2011

Wohnungsbau legt wieder zu

Nach Jahren der Krise erlebt der Wohnungsbau in Deutschland derzeit eine Renaissance. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, ist der bauhauptgewerbliche Umsatz in dieser Sparte im Oktober 2010 gegenüber dem Vorjahresmonat um nominal 13,6 Prozent gestiegen. Für die ersten zehn Monate ergibt sich – auf Basis der für März bis September rückwirkend korrigierten Werte – ein Umsatzplus von 6,6 Prozent.


Dieses unerwartet starke Wachstum ist nicht nur auf die von der Bundesregierung geförderte energetische Gebäudesanierung, sondern zunehmend auch auf einen wieder »anspringenden« Wohnungsneubau zurückzuführen. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres nahmen die Baugenehmigungen im Wohnungsneubau um 7,4 Prozent zu.


Im Wirtschaftsbau setzte sich die schon in den Vormonaten zu beobachtende Stabilisierung der Umsätze auf dem allerdings schwachen Vorjahresniveau fort (Oktober 2010: +0,1 Prozent). Mithin konnte der tiefe Einbruch im 1. Halbjahr nicht aufgeholt werden. Für die ersten zehn Monate ergibt sich deshalb im Vorjahresvergleich ein Umsatzminus von 5,5 Prozent, der vor allem aus der Entwicklung im Wirtschaftshochbau (–11,2 Prozent) resultiert. Der steigende Auftragseingang (Januar – Oktober: +7,7 Prozent) signalisiert allerdings für 2011 eine deutliche Verbesserung der Lage.


Weiterhin enttäuschend stellt sich die Situation im Öffentlichen Bau dar. Die Konzentration des Zukunftsinvestitionsprogramms für die Länder und Gemeinden auf die Sanierung des Gebäudebestandes hatte zur Folge, dass vor allem die Betriebe des Ausbauhandwerks profitierten. Im Oktober 2010 verzeichnete das Bauhauptgewerbe im Öffentlichen Bau einen Umsatzrückgang von 2,8 Prozent, für die ersten zehn Monate von 1,6 Prozent. Lediglich der öffentliche Hochbau (Januar bis Oktober: +9,6 Prozent) verbuchte ein Umsatzwachstum, während der öffentliche Tiefbau – der die Produktion mit einem Anteil von etwa 80 Prozent dominiert – deutlich im Minus lag. Auch die Entwicklung der Auftragseingänge (Januar – Oktober: –4,5 Prozent) lässt für die nähere Zukunft keine Verbesserung erwarten.


Für das gesamte Bauhauptgewerbe ergibt sich im Oktober ein relativ deutliches Umsatzwachstum von 2,9 Prozent, während für die ersten zehn Monate noch ein Rückgang von 0,6 Prozent zu konstatieren ist. Die Aufträge nahmen im gleichen Zeitraum um 2,5 Prozent zu. Erfreulich ist die Lage auf dem Bauarbeitsmarkt. Im Oktober lag die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe mit nahezu 732.000 um 2,1 Prozent über dem Vorjahreswert, für die ersten zehn Monate errechnet sich ein Anstieg der Beschäftigung von 1,5 Prozent auf durchschnittlich 715.000 Erwerbstätige.