04. Januar 2011

1. Würzburger Schimmelpilz-Forum

Am 18. März ab 14 Uhr findet erstmals das Würzburger Schimmelpilz-Forum statt. In sieben Einzelvorträgen klären Experten auf und informieren praxisnah über neueste wissenschaftlich-technische Erkenntnisse, aktuelle Nachweismethoden und innovative Sanierungstechniken bei Schimmelpilzbelastungen in Innenräumen. Veranstalter ist das unterfränkische Institut Peridomus.


In kaum einem Fachgebiet treten so viele emotionale und aus Unkenntnis geführte Auseinandersetzungen auf wie beim Thema »Analytik und Sanierung von Schimmelpilz-, Bakterien- und Feuchteschäden«. Akteure mit unterschiedlichsten Erfahrungen, Kenntnissen und Interessen betätigen sich auf diesem Gebiet. Weil es um Gesundheit, große Schadenspotenziale, wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen geht, ist zwischen Panikmache und Verharmlosung ein weites Feld gegeben. Juristische Auseinandersetzungen in einer neuen Dimension stehen bevor.


»Es ist daher wichtig die Diskussion auf eine wissenschaftlich-technische Ebene zu ziehen und sich im interdisziplinären Austausch fortzubilden«, so Dr. Gerhard Führer, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schadstoffe in Innenräumen und Leiter des veranstaltenden Instituts Peridomus.


Informationen/Kontakt: www.peridomus.de/veranstaltungen


Eintritt für Fachbesucher: 149 Euro zzgl. MwSt.
ermäßigte Frühbuchertickets bis 31. Januar: 99 Euro zzgl. MwSt.


Hintergrund
Schimmelpilzbelastungen in Innenräumen sind ein bundesweites Problem mit steigender Tendenz. Mittlerweile hat sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2009 eine umfangreiche Schrift zu Feuchtigkeit und Schimmel herausgegeben.


Grundlage für Schimmelpilzwachstum ist Feuchtigkeit: Ursache hierfür sind oftmals eine schnellere Bauweise ohne ausreichende Trocknungszeiten, dichtere Bauweisen mit verminderter Feuchteabfuhr, verändertes Nutzerverhalten mit eingeschränktem Lüften und Baumängel.


Gerade die Umsetzung der von der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) vorgegebenen Dämmwerte führt häufig zu oberflächlich nicht erkennbaren Wärmebrücken. Dort kann es aber raumseitig zu einer Kondensatbildung mit nachfolgendem Schimmelwachstum kommen. Tagsüber leer stehende Wohnungen und damit oftmals schlecht belüftete Innenräume sind die Regel. Sehr kalte Winter und feuchte Sommer unterstützen zudem die Schimmelbildung. Schönheitskorrekturen wie das Überstreichen befallener Wände, die Behandlung mit speziellen Chemikalien oder auch Do-it-yourself-Produkten aus dem Einzelhandel »verschlimmbessern« häufig die Situation oder helfen – wenn überhaupt – nur oberflächlich gegen Flecken und Sporen. Das eigentliche Schimmelproblem inklusive der Feuchtigkeitsursache und alle mit Schimmel verbundenen Gesundheitsbelastungen und -gefährdungen bleiben jedoch bestehen – und regelmäßig unberücksichtigt.


Sichtbarer Schimmel ist dabei häufig nur die Spitze des Eisberges. Regelmäßig sind solche offensichtlichen Schäden mit versteckten, nicht-sichtbaren mikrobiellen Belastungen vergesellschaftet. Diese sind weitaus gefährlicher, weil sie schwer erkennbar sind. Oftmals finden sich gar keine grau-schwarzen Verfärbungen mit pelzigen Strukturen an Oberflächen und trotzdem liegt ein massives Problem mit Schimmelpilzen oder Bakterien vor. Sobald Feuchtigkeit beispielsweise in die nicht einsehbare Dämmebene der Fußbodenkonstruktion gelangt, führt dies dort zwangsläufig innerhalb weniger Tage zu einer mikrobiellen Aktivität – denn Feuchtigkeit ist die Grundlage für jedes Schimmelpilz- und Bakterienwachstum.