05. Januar 2011

Farben/Lacke: Rohstoffe werden knapper und teurer

Die Rohstoffsituation für die Herstellung von Lacken und Farben in Deutschland hat sich im Verlauf des Jahres 2010 deutlich verschärft. Das zeigt eine Mitgliederumfrage des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) zur Rohstoffpreisentwicklung und zur Versorgungslage.


Die durchschnittlichen Preisveränderungen im Jahr 2010 reichen bei den Bindemitteln von zehn Prozent für Styrol über 13 Prozent bei den für die Wasserlackherstellung wichtigen Acrylaten bis zu 32 Prozent bei Epoxidharzen. Teilweise wurden sogar Kostenerhöhungen von bis zu 85 Prozent bei Epoxiden beobachtet. Organische Lösemittel wurden im Schnitt um 17 Prozent teurer, Spitzenreiter waren hier Butylacetat mit 25 Prozent sowie Xylol und andere aromatische Lösemittel mit 24 Prozent.


Beim besonders wichtigen Weißpigment Titandioxid konnten die Rohstofflieferanten im Jahr 2010 Preiserhöhungen von durchschnittlich 27 Prozent durchsetzen. Auch hier war die Spannbreite der Kostensteigerungen sehr groß und reicht bis zu 75 Prozent für einzelne Zubereitungshersteller.


Wie die Umfrage ergab, werden von den Lack- und Farbenproduzenten für das Jahr 2011 weitere Erhöhungen befürchtet. Viele Unternehmen bezeichnen allerdings die Versorgungsengpässe, die beim Titandioxid aufgetreten sind, als noch wesentlich gravierender als die hohen Preissteigerungen. Mengenbeschränkungen und verspätete Anlieferung beeinträchtigen beim Titandioxid – das nicht durch andere Weißpigmente ersetzt werden kann – insbesondere die Lieferfähigkeit von kleinen Spezialitätenherstellern. Diese mittelständischen Betriebe haben Schwierigkeiten, ihre Kunden fristgerecht zu bedienen, wenn die Rohstoffe wie bisher rationiert werden.


Die Rohstoffkosten sind für die Hersteller von Lacken und Druckfarben der wesentliche Kostenfaktor in der Produktion. Im Schnitt 50 Prozent der Gesamtkosten des fertigen Beschichtungsmittels entfallen auf die Rohstoffe. Die Lack- und Druckfarbenhersteller sind als typische Zubereitungshersteller auf eine rasche und verlässlich planbare Lieferung von entsprechenden Rohstoffen durch die chemische Industrie angewiesen.