11. Januar 2011

Prognose: Umsatz im Bauhauptgewerbe bleibt konstant

Das deutsche Bauhauptgewerbe hat den Anschluss an den gesamtwirtschaftlichen Aufschwung noch nicht geschafft. Diese Auffassung vertrat heute in Berlin der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Herbert Bodner, in seiner Jahresauftaktpressekonferenz. Während die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes 2010 ein Umsatzplus von 12 Prozent hätten verbuchen können, seien die Umsätze im Bauhauptgewerbe um nominal 1 Prozent gesunken. Für das Jahr 2011 erwartet Bodner bestenfalls stabile Umsätze auf Vorjahresniveau, möglicherweise aber noch einmal einen Umsatzrückgang von bis zu 1 Prozent.


Vor allem der Wirtschaftsbau habe 2010 die Baubilanz belastet, erläuterte Bodner. Die Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe sei zwar angesprungen; es brauche jedoch noch einige Monate, bis wieder bauintensive Erweiterungsinvestitionen in Auftrag gegeben würden. Dennoch sei das Umsatzminus dank des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs mit 4,5 Prozent nicht ganz so hoch ausgefallen wie zunächst befürchtet. Ob der Wirtschaftsbau schon 2011 wieder Tritt fassen werde, hänge davon ab, wie robust sich der augenblickliche Aufschwung erweisen werde. Bleibe er stabil, würden auch im Wirtschaftsbau die Auftriebskräfte die Oberhand gewinnen. Der Hauptverband könne sich in diesem Fall für 2011 im Wirtschaftsbau ein Umsatzplus von nominal 1 Prozent vorstellen.


Dagegen habe der Erholungsprozess im Wohnungsbau bereits 2010 deutliche Fortschritte gemacht, berichtete Bodner. Die Stabilisierung der Einkommenserwartungen im Zuge des Konjunkturaufschwungs, ein wieder erwachtes Interesse der Anleger an Wohnimmobilien, anhaltend niedrige Zinsen und das hohe Niveau der Förderung der energetischen Sanierung des Wohnungsbestandes habe zu einem Umsatzplus von nominal 6 Prozent beigetragen. Allerdings gehe der Erholungsprozess von einem äußerst niedrigen Niveau aus. Bodner rechnet damit, dass sich die »Renaissance des Wohnungsbaus« 2011 fortsetzen wird. Ein Umsatzplus von 3 Prozent, vielleicht auch mehr, erscheine erreichbar.


Als enttäuschend bezeichnete Bodner die Entwicklung des Öffentlichen Baus im Jahr 2010. Immerhin habe der Bund im Rahmen seiner zwei Konjunkturprogramme für die Jahre 2009 und 2010 Investitionsmittel im Umfang von knapp 15 Milliarden Euro bereitgestellt. Trotzdem seien die Umsätze im Öffentlichen Bau 2010 nicht gestiegen, sondern um 3 Prozent zurückgegangen. Bodner führt dies auf einen verzögerten Abfluss der Fördermittel, die Streichung des Zusätzlichkeitskriteriums im Zukunftsinvestitionsgesetz und die starke Konzentration der Fördermittel auf die energetische Sanierung im Gebäudebestand zurück. Für 2011 erwartet Bodner einen weiteren Rückgang der Umsätze im Öffentlichen Bau von 4,5 Prozent. Ein tiefer Einbruch sei im kommunalen Bereich zu befürchten. Darauf deuteten die Ergebnisse des KfW-Kommunal-Panels hin, nach dem die kommunalen Investitionen (einschließlich kommunale Unternehmen) 2011 um 13 Prozent von 35,5 auf nur noch 31 Milliarden Euro zurückgehen würden.