11. Januar 2011

Aerogel-Dämmputz soll 2013 auf den Markt kommen

Forscher an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa haben einen Hochleistungsdämmputz entwickelt, der mit Aerogelen dreimal besser isoliert als ein herkömmlicher Dämmputz. Der neue Putz bietet die Möglichkeit, historische Bauten energetisch zu sanieren, ohne deren Erscheinungsbild zu verändern.

Historische Bauten bei einer Renovation wirkungsvoll, aber dennoch ohne überhöhte Schichtdicken zu dämmen, stellt in der energetischen Sanierung arbeitenden Gewerke wie die des Stuckateurs vor eine besondere Aufgabe. Forscher der Empa-Abteilung «Bautechnologien» haben nun zusammen mit einem Putzhersteller einen aerogelbasierten Hochleistungsdämmputz entwickelt, der 2011 Jahr erstmals in Feldversuchen getestet wird und 2013 auf den Markt kommen soll. Dieser Putz ist ideal für alte Gebäude, da er historischen Baumaterialien aufgrund seiner mineralischen Basis optisch und verarbeitungstechnisch sehr nahe kommt. Er lässt sich sowohl für Innen- als auch für Aussenrenovationen einsetzen.

Das «Geheimnis» des neuartigen Dämmputzes ist ein so genanntes Aerogel. Dieses Material weist Poren in Nanometergrösse auf und enthält zu 90 bis 98 Prozent Luft. Die winzigen Luftporen machen Aerogele zu einem hervorragenden Bestandteil des neuen Isolationsmaterials. Die Wärmeleitfähigkeit von weniger 0,030 W/mK ist deutlich niedriger ist als die Wärmeleitfähigkeit üblicher Dämmputze. Ein weiterer Vorteil besteht in der Fähigkeit, gleichzeitig wasserdampfdurchlässig und wasserabweisend zu wirken. Der neue Dämmputz lässt deutlich mehr Wasserdampf durch als herkömmlicher Putz, ohne dass er selbst nass wird.

Mit-Entwickler Thomas Stahl erklärt: „Durch die poröse Struktur des Aerogels ist der Dämmputz zwar für Wassermoleküle durchlässig – für makroskopische Wassertropfen sind die Nano-Poren jedoch viel zu fein.“ Erste Gebäude sollen ab Mitte 2012 versuchsmäßig verputzt werden. Die Mehrkosten für dieses innovative Material gegenüber herkömmlichen Dämmputzen dürften sich je nach Dicke umgerechnet auf etwa 40 bis 80 Euro 50 bis 100 Franken pro Quadratmeter belaufen.