21. Januar 2011

IG BAU fordert 5,9 Prozent mehr Lohn für Bauarbeiter

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert für die rund 700.000 Bauarbeiter, Angestellten und Auszubildenden am Bau 5,9 Prozent mehr Geld. Das hat die Bundestarifkommission der IG BAU für die Tarifrunde 2011 im Bauhauptgewerbe beschlossen. Die Verhandlungen beginnen voraussichtlich am 4. März 2011.


»Die IG Bauen-Agrar-Umwelt bewegt sich mit ihrer Lohnforderung von 5,9 Prozent im Bereich dessen, was auch in anderen Branchen gefordert wurde. Allerdings haben die übrigen Branchen im vergangenen Jahr deutlich höhere Umsatzzuwächse erzielt, als dieses am Bau der Fall war« erklärte dazu der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Frank Dupré.


»Nach zwei schwierigen Jahren«, so Dupré weiter, »konnte die Branche in 2010 zwar geringe Umsatzsteigerungen verzeichnen, diese rechtfertigen jedoch nicht derart hohe Lohnforderungen. Die Konjunkturpakete haben zwar die Bauwirtschaft insgesamt stimuliert, ein Großteil der Mittel ist jedoch in den Bereich der Gebäudesanierung geflossen; diese Maßnahmen wurden vor allem von den im Ausbau tätigen Unternehmen ausgeführt, so dass die so erzielten Umsätze nicht in das Bauhauptgewerbe flossen.« Um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, seien veränderte Entgeltstrukturen gefordert.


Der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers sagte hingegen: »Der Aufschwung hält auch in diesem Jahr an. Die Bauwirtschaft wird davon profitieren und erwartet ein stabiles Geschäft. An der positiven Entwicklung müssen auch die Beschäftigten am Bau teilhaben. Die Bauarbeiter dürfen nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung in Deutschland abgekoppelt werden.«


Die Arbeit am Bau müsse für die Menschen attraktiv bleiben, begründete Schäfers die Forderung weiter. Dazu gehörten auskömmliche Löhne und Gehälter, die ausreichen müssen, um davon eine Familie ernähren zu können. »Der Bau braucht motivierte Fachkräfte«, betonte er. Die Branche konkurriere mit anderen Wirtschaftszweigen um die besten Köpfe. Schon jetzt gebe es in einigen Bereichen einen Fachkräftemangel.


Die IG BAU strebt außerdem weitere Angleichungsschritte der Ost- an die Westlöhne an. »Es muss endlich Schluss sein mit der Lohndiskriminierung im Osten«, sagte Schäfers. Zudem solle die Erhöhung der Mindestlöhne zum 1.12.2011 in der Tarifrunde mit vereinbart werden.