25. Januar 2011

Bauhauptgewerbe: Umsätze deutlich im Plus

Die Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe haben sich im November 2010 spürbar erholt. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, sind die baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe im November 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 5,9 Prozent gestiegen. Damit haben die Umsätze nach elf Monaten die Nulllinie erreicht (+0,1 Prozent). Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der Hauptverband – aufgrund des starken Wintereinbruchs im Dezember – aber weiterhin mit einem Umsatzminus von bis zu einem Prozent.


Die leichte Belebung der Baunachfrage setzte sich auch im November fort: Die Auftragseingänge lagen um nominal 2,2 Prozent (real: +0,5 Prozent) über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für Januar bis November ergab sich ein Plus von nominal 2,5 Prozent (real: +2,1 Prozent).


Treiber der baukonjunkturellen Entwicklung ist der Wohnungsbau: Die Unternehmen steigerten ihre Umsätze im November um 10 Prozent (Januar – November: +6,9 Prozent). Auch die Auftragseingänge nahmen weiter zu und lagen um 7,5 Prozent über dem Vorjahresniveau (Januar – November: +9,5 Prozent). Insbesondere der Mehrfamilienhausbau profitierte von der vermehrten Nachfrage nach Wohnraum: Die Neubaugenehmigungen (Anzahl der Wohnungen) stiegen im November um 35,7 Prozent (Januar – November: +12,3 Prozent). Aber auch die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser entwickelten sich positiv; sie lagen um 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau (Januar – November +5,8 Prozent). Der Hauptverband sieht sich deshalb in seiner positiven Erwartung für 2011 bestätigt: Er rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus im Wohnungsbau von 3 Prozent.


Die Bauunternehmen, die im Öffentlichen Bau tätig sind, meldeten – nach vier Monaten mit Umsatzrückgängen in Folge – für den November erstmals wieder ein Plus von 2,2 Prozent. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis November liegt der öffentliche Bau aber weiterhin im Minus (–1,1 Prozent). Auch die Auftragseingänge entwickelten sich enttäuschend. Sie lagen in den ersten elf Monaten 2010 um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Daran konnte auch das leichte Auftragsplus im November (+0,9 Prozent) nichts ändern. Entsprechend pessimistisch ist der Hauptverband hinsichtlich der Entwicklung für 2011: Er erwartet einen weiteren Umsatzrückgang von 4,5 Prozent.


Im Wirtschaftsbau meldeten die Bauunternehmen für November einen Anstieg der Umsätze von 6,3 Prozent (Januar – November: –4,2 Prozent). Auch die Auftragseingänge liegen weiterhin im Plus. Diese nahmen im November zwar mit 1,3 Prozent nur leicht zu, in den ersten elf Monaten verzeichneten die Unternehmen aber einen Orderanstieg von 7,1 Prozent. Für 2011 ist der Hauptverband verhalten optimistisch: Ein Plus von 1 Prozent scheint möglich.


Die positive Entwicklung im November ging nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorbei: Die Betriebe haben ihre Belegschaft um 2,1 Prozent auf 729.000 Personen aufgestockt. Von Januar bis November lag die Zahl der Beschäftigten mit durchschnittlich 716.000 Personen um 1,6 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums.