28. Januar 2011

Architektenumfrage: viele Aufträge, aber Geschäftsklima etwas eingetrübt

Das Geschäftsklima der freischaffenden Architekten hat sich zu Beginn des 4. Quartals 2010 etwas eingetrübt, ist aber noch immer gut. Die ohnehin sehr hohe Reichweite der Auftragsbestände verlängerte sich nochmals ein wenig. Zum 30. September 2010 wiesen die befragten Architekten Auftragsreserven in Höhe von durchschnittlich 5,6 Monaten auf. Das war der höchste Auftragsbestand seit 15 Jahren - wenn man von dem Ausreißer zum Ende des 1. Quartals 2010 (knapp 6 Monate) absieht.

Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts überwogen die positiven Urteile zur Geschäftssituation nach wie vor. Allerdings verringerte sich der Anteil der Testteilnehmer, die ihre aktuelle Lage als "gut" bezeichneten, geringfügig von 36 auf 35%, und der Anteil der Teilnehmer, die die Lage als "schlecht" bezeichneten, stieg von 23 auf 27%. Die insgesamt noch sehr positiven Perspektiven trübten sich erneut etwas ein.

Das geschätzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) lag gut 10% unter dem Niveau des Vorquartals. Dabei stand einem spürbaren Rückgang im Wohnungsbau (-28%) ein Zuwachs im Nichtwohnbau um knapp 5% gegenüber.

Im Wohnungsbau war die Nachfrage nach Planungsleistungen sowohl für Ein- und Zweifamilienhäuser als auch für Mehrfamiliengebäude rückläufig. Auch die Planungsaufträge von gewerblichen Auftraggebern schwächten sich etwas ab. Die Ordertätigkeit öffentlicher Auftraggeber weitete sich jedoch merklich aus.