07. Februar 2011

Mehr Wohnungsbau nötig

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat berechnet, dass ab dem Jahr 2015 nur noch 15.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden müssen, um den Bedarf im Land zu decken. Dies bedeutet bei dem derzeitigen Bestand von rund 4,9 Millionen Wohnungen in Baden-Württemberg, dass 300 Jahre nötig sind, um alle Wohnungen zu erneuern. Jochen Bayer, Sprecher der Aktionsgemeinschaft »Impulse für den Wohnungsbau in Baden-Württemberg«, warnt deshalb vor einer neuen Wohnungsnot.


Werde der Wohnungsbau zurückgefahren, stiegen die Mieten und bezahlbarer Wohnraum werde knapp. Zudem seien bereits heute die wenigsten Wohnungen energieeffizient und altersgerecht. In 300 Jahren würde dieser Wohnraum völlig an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigehen.


Anders als das Statistische Landesamt Baden-Württemberg errechnen wissenschaftliche Institute bis zum Jahr 2025 einen Gesamtbedarf von über einer Million neugebauten Wohnungen in Baden-Württemberg. Das bedeutet, dass pro Jahr rund 60.000 Wohnungen im Land neu gebaut werden müssten, im Jahr 2009 waren es jedoch nur 25.402 Wohnungen. Nicht eine drastische Reduzierung, sondern eine Verdopplung des Wohnungsneubaus sei dringend nötig, um Engpässe zu vermeiden. Vor allem junge Menschen am Beginn ihres Berufslebens, Senioren und gering verdienende Menschen würden von Wohnungsmangel betroffen sein.


Um den Mietwohnungsbau zu fördern, fordert die Aktionsgemeinschaft neben einem erweiterten Wohnungsbauförderprogramm erhöhte Abschreibungssätze für den Wohnungsbau. Von den vermehrten Investitionen profitieren auch die öffentlichen Haushalte.


Die Aktionsgemeinschaft "Impulse für den Wohnungsbau in Baden-Württemberg" ist ein breites Bündnis von Vertretern der Bau- und Immobilienwirtschaft, Arbeitnehmern und Mietern aus Baden-Württemberg. Gemeinsames Ziel ist es, im anstehenden Landtagswahlkampf für bessere politische Rahmenbedingungen im Wohnungsbau zu werben.