05. September 2018

Fest verwurzelt und offen für Neues

Kaupp GmbH, Stuckateur, Unternehmen
Mathias, Sonja und Michael Kaupp im neuen Ausstellungsraum. Hier inspiriert der Familienbetrieb seine Kunden mit hochwertigen Gestaltungs beispielen

Die Kaupp GmbH wurde im Wettbewerb um den Titel »Stuckateur des Jahres 2018« mit dem Sonderpreis unter anderem für ihre herausragende Unternehmens- und Mitarbeiterführung ausgezeichnet. Wir stellen den Stuckateurbetrieb aus dem Schwarzwald vor.

Das Logo mit dem dynamischen »K« mit den drei Strichen prangt groß auf dem Firmengebäude im Industriegebiet der Stadt Haiterbach im Nordschwarzwald. Das Zeichen für Individualität und Gestaltungswille ist noch recht neu. Michael Kaupp hat es für die Mathias Kaupp GmbH entworfen. Das mittelständische Stuckateurunternehmen gibt es schon seit 125 Jahren. Geführt wird es heute von Mathias und ­Michael Kaupp, Vater und Sohn. Sonja Kaupp unterstützt Ehemann und Sohn als Büromanagerin. Ein richtiges Familienunternehmen also.

Übergabe geplant

Mathias Kaupp macht kein Geheimnis daraus, dass er in ein paar Jahren die Geschäftsführung ganz seinem Sohn überlassen will und selbst Schritt für Schritt ins zweite Glied zurücktreten wird. Schon heute teilen sich beide eine Hälfte des Unternehmens. Verantwortung und Entscheidungsgewalt sind gleich verteilt. »Mir wurde zwar zu einer Aufteilung der Anteile im Verhältnis von 51:49 geraten. Aber ich wollte es bewusst ­anders machen«, verrät Mathias Kaupp und erklärt: »Zu meinem Selbstverständnis als Unternehmer gehört, das Unternehmen weiterzugeben, wenn ein Nachfolger da ist.«

In diesem Sinne bestimmen beide gleichberechtigt über das Unternehmen mit den aktuell 18 Mitarbeitern und entwickeln es weiter. Dabei kann Michael Kaupp auf  das »Wissensgut seines Vaters« als stabiles Fundament zurückgreifen. Zum anderen kann sich Vater Mathias Kaupp sicher sein, dass der Betrieb fit für die Herausforderungen ist, denn von seinem Sohn weiß er: »ein Junger kommt mit neuen Ideen«.

Die Firma Kaupp gehört auch zu den ersten Betrieben, die einen Ausbau-Manager ausbilden. Silas Klenk startete seine Ausbildung in der Pilotklasse 2015 und schließt sie demnächst mit der Manager-Arbeit zu einem Thema aus dem Marketing ab. Davon werden neue Impulse zur Marktbearbeitung erwartet. Wenn alles gut geht, wird er als weitere Führungskraft in das Unternehmen einsteigen und den jungen Chef unterstützen. In der Werbung würde man von einer Verknüpfung von Bewährtem und Neuem sprechen.

Keine Nachwuchssorgen

Der Stuckateurbetrieb ist in der Region Nordschwarzwald verwurzelt. Dazu gehört das Engagement als Bürger. »Das Ehrenamt ist wichtig für unsere Gesellschaft. Ohne das könnten wir nicht viel erreichen«, ist sich ­Mathias Kaupp sicher. Er selbst wirkt unter anderem in der Feuerwehr oder im Gemeinderat mit. Sein Sohn ist im Sportverein aktiv. Außerdem unterstützt das Unternehmen soziale Einrichtungen für Menschen mit ­Handicap.

Auf das Unternehmen hat dies positive Nebeneffekte. Es ergeben sich viele Kontakte mit Jugendlichen. Das hilft beim Finden von Nachwuchs. Außerdem geht seit 2016 Darius Kaupp als Ausbildungsbotschafter in die umliegenden Schulen. Schon als Auszubildender gelang es ihm, mit seiner Begeisterung für seinen Beruf und seinen Betrieb die Schüler anzustecken, die sich dann für ein Praktikum in den Sommerferien meldeten. In diesem Jahr wird er – inzwischen nach seiner Lehre fest angestellt  – auch in einer Realschule aktiv werden.

Das mag auch ein Grund dafür sein, dass das Durchschnittsalter der Mitarbeiter unter 30 Jahren liegt. Dabei gibt es kaum Wechsel, fünf Mitarbeiter halten der Firma seit mehr als 15 Jahren die Treue. »Unser Team ist sehr gut aufgestellt«, so Michael Kaupp. Großer Wert wird auf Teamfähigkeit gelegt und vor einer Einstellung ­werden die Vorarbeiter zu Rate gezogen, ob der Bewerber auch menschlich passt.

Für die Mitarbeiter wird viel getan, zum Beispiel mit Schulungen zur Gesundheit mit Beratung zur gesunden Ernährung oder mit einer Rückenschulung.

Arbeiten am Image

Auch der Umgang mit den Mitarbeitern und das soziale Engagement beeindruckte die Jury beim »Stuckateur des Jahres« und sie zeichnete das Unternehmen mit einem Sonderpreis aus. »Über die Auszeichnung haben wir uns sehr gefreut. Wir haben viel Arbeit investiert und es hat sich gelohnt«, so Michael Kaupp, der den Wettbewerb von Anfang an verfolgte. »Wir finden es super, dass es diesen Firmenpreis gibt. Damit wird das Image des Stuckateurhandwerks insgesamt verbessert. Das freut uns.« Der Wettbewerb und die Preisträger finden in den Sozialen Medien große Resonanz. »Das ist auch für uns positiv«, so Michael Kaupp. Er hat dazu noch mehrere Anzeigen im Amtsblatt und in der Lokalzeitung geschaltet – auch in Verbindung mit einer Stellenanzeige.

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5+6 ZahlreicheReferenzbeispielefindensichim InternetaufderOnline-Seitewww.kaupp-haiterbach.de. Fotos3–6:Kaup

Mit der Ausstellung beim Kunden punkten

Zu den neuesten Projekten gehört die Schaffung einer repräsentativen Ausstellung. Die Kunden können sich hier über die Wirkungen von Putzoberflächen und Farbgestaltungen einen besseren Eindruck verschaffen und erfahren, wie dies mit Musterplatten möglich ist. Die Chance dafür bot ein Hallenneubau auf dem Firmen­gelände. Während die Flächen im Erdgeschoss als Lager genutzt werden, bietet das Obergeschoss großzügig Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen sowie Fortbildungen für die Mitarbeiter. Dafür gibt es schon konkrete Pläne mit Partnern aus der Industrie und mit dem Fachverband der Stuckateure in Baden-Württemberg (SAF).

Zum ersten Mal konnte die Räumlichkeit während der Leistungsschau der Stadt Haiterbach genutzt werden, bei dem das Industriegebiet zum Erlebnispark umgestaltet wurde. Damit bot sich den Kaupps die Chance, ihre Kunden einzuladen und mit ihnen das 125-jährige Jubiläum, die Auszeichnung mit dem Sonderpreis und die Eröffnung der Ausstellung zu feiern. Stündlich wurden Gruppen von 20 bis 40 Besuchern durch die Räumlichkeiten geführt. »Die Ausstellung kam sehr gut an«, so Mathias Kaupp. Damit ist ein weiterer Schritt getan, um als Unternehmen nicht vergleichbar zu sein und dem Preiskampf aus dem Weg zu gehen. »Heute will der Kunde etwas anfassen können und etwas erleben. Unser Raum bietet ihm Inspiration und ist für uns eine Verkaufshilfe«, erläutern die Stuckateure aus Haiterbach ihre Überlegungen: »Der Markt verändert sich, wir müssen uns dem stellen und dürfen nicht an Altem festhalten.«

pd

Ausgabe: 09 / 2018

Die Bewerbungsunterlagen können Sie als Zusatzinformation zum Beitrag einsehen: InfoPlus 2018 Kaupp.pdf

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  1. Kaupp Ausbau und Fassade - Fest verwurzelt und offen für Neues
  2. Kaupp-1 Ausbau und Fassade - Fest verwurzelt und offen für Neues
  3. Kaupp-12 Ausbau und Fassade - Fest verwurzelt und offen für Neues
  4. Kaupp-9 Ausbau und Fassade - Fest verwurzelt und offen für Neues