10. Februar 2011

Neuer Ratgeber: Gesund bauen und wohnen im Alltag

Millionen Menschen leiden unter Allergien. Und gerade in diesem Jahr fliegen die Pollen früher denn je. Dabei macht Allergikern nicht nur der Aufenthalt im Freien zu schaffen, sondern oft auch die Luft in den eigenen Wänden. »Die meisten Menschen zollen der Innenraumluft in ihren Wohnungen und Häusern immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei wissen wir, wie stark Schadstoffe empfindlichen Menschen zusetzen können«, beobachtet Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). Um auf das komplexe Thema Schadstoffe aufmerksam zu machen, hat der VPB jetzt den Ratgeber »Gesund Bauen – Gesund wohnen« herausgegeben.


Der Ratgeber enthält wichtige Hinweise auf Schadstoffe beim Bauen und im Wohnumfeld. Er listet die typischen Probleme heutiger Wohnungen und Häuser auf, angefangen von Schimmel, Feuchtigkeit und organischen Verbindungen über Bauchemie, Weichmacher, Flammschutzmittel bis hin zu Elektrosmog, Radon oder Milben. »Viele Menschen machen sich gar keine Gedanken über Schadstoffe. VOCs, so genannte volatile organic compounds, sind flüchtige organische Stoffe und den meisten gänzlich unbekannt«, mutmaßt Penningh. Sie kommen in feucht eingebauten Baustoffen vor, also in Lacken, Farben, Klebern, Dichtungsmassen, und gehen beim Austrocknen in die Raumluft über. »Diese Produkte werden millionenfach von Heimwerkern verwendet. Kaum einer interessiert sich dafür, was er sich mit einem bestimmten Baustoff in die eigenen vier Wände holt.«


Aber nicht nur Materialien gasen ihre schädlichen Inhaltsstoffe in neuen oder frisch renovierten Wohnräumen aus, sondern die Bewohner selbst machen sich das Leben unnötig schwer. »Lieb gewonnene Gewohnheiten, wie das Anstecken von Kerzen schon zum Frühstück etwa, reizen Atemwege und Bronchien. Probleme bereiten unter Umständen auch Duftlampen oder -kerzen, Räucherstäbchen, Raumdeos und die neuerdings so beliebten Pseudo-Kamine, die mit Ethanol gespeist werden, Romantik vorgaukeln und letzten Endes doch nur die Luft im Raum belasten. Hinzu kommen die Ausdünstungen von Putz- und Pflegemitteln, und in vielen Haushalten immer noch Zigarettenrauch. Die meisten Menschen denken bei einer Allergie gar nicht an ihr Raumspray, das als Auslöser durchaus in Frage kommen könnte.«


Auch trockene Innenausbaustoffe haben es nach VPB-Erfahrung in sich, beispielsweise der Mottenschutz im Teppichboden oder der Flammschutz im Vorhangstoff. Alle diese Hilfsstoffe bleiben lange im Raum und gelangen so auch in den Körper des Menschen. Solche Schadstoffe sollten möglichst schon beim Einkauf vermieden werden, rät der VPB. Werden sie aber doch eingebaut, hilft nur konsequentes Lüften, um die Schadstoffe aus dem Wohnraum zu entfernen.


»Wer neu gebaut oder frisch renoviert hat, sollte besonders sorgfältig lüften, damit Restfeuchte aus Putz und Estrich sowie eventuelle Schadstoffe aus Klebern und Dichtungsmassen möglichst schnell aus den Räumen entweichen können«, weiß Thomas Penningh.


Wer baut oder saniert, der sollte sich immer vorher informieren, welche alten Baustoffe er möglicherweise bei seinem Umbau vorfindet und welche neuen Materialien er in Zukunft verwenden will, empfiehlt der VPB. Bei der Materialauswahl sollten sich empfindliche Menschen vorab vom Sachverständigen beraten lassen. »Der Preis für Materialien darf nie ausschlaggebendes Kriterium sein«, rät der VPB-Vorsitzende, »sondern die Qualität des Produkts. Wenn es ums gesunde Bauen und Wohnen geht, müssen Verbraucher besonders kritisch sein und sich schützen.«


Der VPB-Ratgeber »Gesund bauen – Gesund wohnen« kann unter www.vpb.de – Bereich »Services/Kostenlose Angebote« – gratis heruntergeladen werden.