10. Februar 2011

Luftdicht kleben: Forschungsprojekt abgeschlossen

Bei Neubau und Sanierung von Dächern greift man meist auf durch Verkleben befestigte Folien zurück, um einen luftdichten, den aktuellen energetischen Anforderungen genügenden Gebäudeabschluss herzustellen. Doch kann man sicher sein, dass solche Verklebungen auch bei Standzeiten von bis zu 50 Jahren ihre Funktion erfüllen? Am Zentrum für Umweltbewusstes Bauen in Kassel wurde jetzt ein Forschungsprojekt abgeschlossen, das sich mit Prüfverfahren zur Dauerhaftigkeit von Klebeverbindungen befasst.Der Titel: „Qualitätssicherung klebemassenbasierter Verbindungstechnik für die Ausbildung der Luftdichtheitsschichten“.

11-02-09%20Flib Ausbau und Fassade - Luftdicht kleben: Forschungsprojekt abgeschlossen

Statischer Schälversuch - einer von mehr als 900 Einzeltests: Dafür wurden die Proben – 15 Nasskleber in Verbindung mit unterschiedlichen Folientypen – für 60 Minuten mit einem angehängten Gewicht unter Laborbedingungen belastet. Anschließend bewertete man das sogenannte Bruchbild. (Foto: Zentrum für Umweltbewusstes Bauen e. V./Ulf Cadenbach)

Das Projekt wurde mit Mitteln des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und Unterstützung mehrerer Industriepartner sowie des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen e. V. umgesetzt.

Die Bauforscher entwickelten ein Verfahren, mit dem sich die Leistungsfähigkeit von Nass-Verklebungen auf unterschiedlichen Bahnen beziehungsweise Folien sowie Untergründen bewerten lässt. Mit seiner Hilfe untersuchten sie übliche Kombinationen von Untergründen, Klebemassen und Bahnen auf ihre Dauerhaftigkeit und Verarbeitungseigenschaften. Getestet wurden insgesamt 15 Nasskleber verschiedener Hersteller in Verbindung mit mehreren Folientypen sowohl auf Holzwerkstoffen als auch auf mineralischem Untergrund. Die meisten der betrachteten Materialkombinationen haben die Testläufe zur Dauerhaftigkeit erfolgreich bestanden.

Ebenso zeigt die Studie, dass die Mehrzahl der Nasskleber hohe Belastungen aushalten, nachdem sie vollständig durchgetrocknet sind. Kritisch ist vor allem die Bauphase, stellten die Forscher fest. Hintergrund: Bei nicht abgebundenen Klebemassen können schon kleine Lasten die Klebefuge schädigen und zum Versagen der Verbindung führen. Daher sollte man während der Abbindezeit in den ersten 14 Tagen ein Belasten der Verklebungen grundsätzlich vermeiden.

Den vollständigen Abschlussbericht zum Forschungsprojekt können Interessierte kostenfrei von den Internetseiten des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen (www.flib.de) oder des Zentrums für Umweltbewusstes Bauen (www.zub-kassel.de) herunterladen. Kurzfassungen des Dokuments stehen dort ebenfalls zum Download bereit.