14. Februar 2011

Baugewerbe erwartet nur schwaches Wachstum

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes rechnet für das Jahr 2011 mit einem Gesamtumsatz von 82,65 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von +1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Einschätzung äußerte ZDB-Präsident Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein anlässlich der ZDB-Pressekonferenz am 9. Februar in Berlin. Der Umsatzrückgang im öffentlichen Bau werde demnach durch Steigerungen beim Wohnungs- und Wirtschaftsbau kompensiert. Für die alten Länder erwartet der ZDB eine Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent, für die neuen Länder ein Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau.


Trotz eines Wachstums der Bauinvestitionen um real knapp 3 Prozent konnte die Branche ihren Umsatz nicht steigern. Unterm Strich stand für das Bauhauptgewerbe 2010 ein Umsatzminus von 0,6 Prozent. Hauptursache dafür ist die Entwicklung des öffentlichen Baus, der trotz Konjunkturpaketen um 1,9 Prozent nachgab.


Entsprechend den Förderschwerpunkten der Konjunkturprogramme haben die Kommunen zwar vorrangig in Hochbauprojekte investiert. Der öffentliche Hochbau, der hier nur über einen Umsatzanteil von 20 Prozent verfügt, hat davon mit einem Umsatzplus von nahe 10 Prozent deutlich profitiert. Im Tiefbau hingegen haben die öffentlichen Auftraggeber, Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen, ihre Investitionen nicht auf dem Vorjahresniveau gehalten. Denn die Bundesregierung hatte im Frühjahr 2010 das so genannte Zusätzlichkeitskriterium aufgegeben. Während der Umsatz im öffentlichen Hochbau per November 2010 ein Plus von 9 Prozent verzeichnet, bleibt der Tiefbau mit 4 Prozent im Minus.


Überraschend positiv ist dagegen nach Einschätzung des ZDB die Entwicklung im Wohnungsbau verlaufen. »Der Umsatz wird in 2010 knapp 26,1 Milliarden Euro erreichen, das ist eine Steigerung um 5,7 Prozent«, sagte der ZDB-Präsident.


Die wieder anspringende Konjunktur war zwar mit einem Beschäftigungszuwachs im Dienstleistungsbereich verbunden. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie hat aber den langjährigen Durchschnitt noch nicht wieder erreicht. Der Umsatz im Wirtschaftshochbau wird in 2010 konjunkturbedingt noch um 9 Prozent zurückgehen. Der Wirtschaftstiefbau erreicht hingegen ein Plus von 4 Prozent, so dass der Umsatz im Wirtschaftsbau in 2010 insgesamt 29,5 Milliarden Euro (–4,5 Prozent) erreichen wird.


»Im öffentlichen Bau erwarten wir einen weiter rückläufigen Umsatz in Höhe von 25,5 Milliarden Euro (–2,7 Prozent). Der Umsatz im Wirtschaftsbau wird in 2011 die 30 Milliarden Euro-Marke überspringen und um 2,7 Prozent zulegen. Die Rahmenbedingungen lassen für 2011 Potenzial für eine positive Umsatzentwicklung im Wohnungsbau erkennen. Der Umsatz wird daher zirka 26,9 Milliarden Euro (+3,2 Prozent) erreichen«, begründete der ZDB-Präsident die Erwartung auf ein insgesamt schwaches Umsatzwachstum in 2011.


Per November 2010 liegt die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe bei über 716.000. Das sind zirka 11.000 Beschäftigte mehr als vor Jahresfrist. »Trotz leicht steigender Umsätze gehen wir von einem Beschäftigtenniveau von rund 710.000 Beschäftigten in 2011 aus (–0,5 Prozent). Damit würde die Zahl der Beschäftigten nunmehr seit 2005 über 700.000 liegen«, sagte Loewenstein.