15. Februar 2011

Bauhauptgewerbe mit leichtem Auftragsplus

Der nominale Wert der Auftragseingänge des baden-württembergischen Bauhauptgewerbes verharrte nach Angaben des Statistischen Landesamtes mit einem leichten Plus von unter einem Prozent im Jahr 2010 auf dem Niveau des Jahres 2009. Damit erwies sich die Auftragslage im Bauhauptgewerbe, trotz Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme, als stabil.

Ein detaillierter Blick zeigt die unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Bereiche im vergangenen Jahr.


Die Auftragseingänge im Hochbau konnten insgesamt nominal über 5 Prozent im Vergleich zu 2009 zulegen. Insbesondere im Wohnungsbau haben die Betriebe des baden-württembergischen Bauhauptgewerbes mehr Aufträge akquirieren können und dies über alle vier Quartale hinweg. So nahm der Wert der Auftragseingänge im Wohnungsbau im Jahr 2010 um zirka 15 Prozent gegenüber 2009 zu, wobei sich das Wachstum im vierten Quartal etwas abschwächte.


Mit einem Plus von gut 6 Prozent gegenüber 2009 entwickelte sich auch der gewerbliche Hochbau im Jahr 2010 positiv.


Die öffentlichen Auftraggeber hingegen vergaben 2010 fast 13 Prozent weniger Aufträge im Hochbau an die hiesigen Betriebe des Bauhauptgewerbes, wobei sich diese abnehmende Entwicklung erst im 2. Halbjahr vollzog. Im 1. Halbjahr 2010 vergab die öffentliche Hand noch rund 12 Prozent mehr, im 2. Halbjahr fast 32 Prozent weniger Aufträge als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.


Im Tiefbau gingen die fest akzeptierten Aufträge im Vergleich zu 2009 um nominal rund 6 Prozent zurück. Der gewerbliche Tiefbau konnte dabei mit einer Zunahme von knapp einem Prozent die Verluste des öffentlichen Tiefbaus, einschließlich des Straßenbaus, nicht ausgleichen, der im Jahresverlauf 2010 um fast 8 Prozent gegenüber 2009 abnahm.


Weiter stellt das Statistische Landesamt fest, dass im 4. Quartal 2010 die saisonbereinigten Auftragseingänge insgesamt um gut 7 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2010 abnahmen. Die saisonbereinigten Aufträge im Hochbau sanken um fast 8 Prozent und im Tiefbau um über 6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dieser saisonbereinigte Rückgang ist vor allem auf eine überdurchschnittlich schlechte Auftragslage, insbesondere im Tiefbau, im Dezember 2010 – bedingt durch die schlechte Witterung – zurückzuführen.