24. Februar 2011

Bau-Jahresumsatz nur leicht gesunken

Trotz des heftigen Wintereinbruchs im Dezember haben sich die Umsätze im Bauhauptgewerbe im vergangenen Jahr besser entwickelt als ursprünglich erwartet. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, sind die baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe im Dezember 2010 zwar um nominal 4,8 Prozent zurückgegangen. Für das Gesamtjahr errechnet sich aber dennoch nur ein leichtes Umsatzminus von nominal 0,3 Prozent.


Mit Sorge beobachtet der Hauptverband dagegen die Entwicklung der Auftragseingänge zum Jahresende: Infolge des Nachfrageinbruchs im Dezember von nominal 8,8 Prozent (real: –10,3 Prozent) mussten die Unternehmen im vierten Quartal ein Auftragsminus von 1,4 Prozent hinnehmen. Damit reduzierte sich das Auftragsplus im Gesamtjahr 2010 auf nur noch 1,6 Prozent (real: +1,1 Prozent).


Der Wohnungsbau war 2010 die wichtigste Stütze der Baukonjunktur: Die Unternehmen steigerten ihre Umsätze um 6,6 Prozent (Dezember: +3,4 Prozent). Auch die Auftragseingänge nahmen weiter zu und lagen um 9,8 Prozent über dem Vorjahresniveau (Dezember: +13,6 Prozent). Die Stabilisierung der Einkommenserwartungen im Zuge des Konjunkturaufschwungs, ein wieder erwachtes Interesse der Anleger an Wohnimmobilien und anhaltend niedrige Zinsen haben den Wohnungsbau nachhaltig belebt.


Demgegenüber entwickelte sich der Öffentlichen Bau enttäuschend. Der konjunkturelle Impuls aus den Konjunkturprogrammen ist – auch aufgrund der Streichung des Zusätzlichkeitskriteriums im Zukunftsinvestitionsgesetz – schwächer ausgefallen als erwartet. Die Umsätze sind 2010 um 2,2 Prozent zurückgegangen (Dezember: –12,8 Prozent). Auch die Auftragseingänge entwickelten sich negativ: Sie lagen im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (Dezember: –19,6 Prozent).


Der Wirtschaftsbau hat 2010 hingegen besser abgeschlossen als ursprünglich erwartet: Die Bauunternehmen meldeten zwar einen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent (Dezember: –4,6 Prozent), die Auftragseingänge legten aber um 6,0 Prozent zu (Dezember: –6,6 Prozent). Die wieder zunehmende Investitionsbereitschaft der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes wirkt sich allmählich positiv aus.


Insgesamt schauen die Bauunternehmen – nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) – wieder optimistischer in die Zukunft. Dies macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Die Betriebe haben ihre Belegschaft im Durchschnitt des Jahres 2010 um 1,6 Prozent auf 716.000 Personen aufgestockt.