03. März 2011

Badische Stuckateure zufrieden mit Geschäftslage

Im Januar/Februar 2011 ist die konjunkturelle Lage im badischen Stuckateurhandwerk insgesamt zufriedenstellend. Infolge des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs hat sich die Situation trotz des Auslaufens der Konjunkturprogramme im Vergleich zum Vorjahr etwas aufgehellt. Dies ergab eine aktuelle Erhebung des Fachverbandes Ausbau und Fassade Baden unter seinen Mitgliedsbetrieben.


»Im Bereich Ein- und Zweifamilienhausbau melden die Unternehmen derzeit wieder eine günstigere Auftragslage«, stellte Vorsitzender Michael Bleich anlässlich einer Vorstands- und Obermeistersitzung des Verbandes in Freiburg fest. Diese Tendenz spiegelt sich in der Entwicklung der Wohnungsbaugenehmigungen wider, die in Südbaden im ersten, zweiten und dritten Quartal 2010 um 15 Prozent, 2 Prozent beziehungsweise 6 Prozent zugenommen haben.


Im Vergleich zum Vorjahr hat sich vor dem Hintergrund des spürbaren gesamtwirtschaftlichen Wachstums auch die Lage im Wirtschaftsbau erholt. Rückläufig ist dagegen der öffentliche Hochbau. Äußerst günstig fallen die Bewertungen der Betriebe im Bereich Altbausanierung und Modernisierung aus: Hier bezeichnen ein Drittel der Unternehmen die Auftragsbestände als verhältnismäßig groß, 50 Prozent als aus ausreichend und nur 17 Prozent als zu klein.


Die Wettbewerbssituation am Markt wird von den Stuckateurbetrieben weiterhin als hart bis ruinös bezeichnet. 63 Prozent der Firmen klagen über eine schlechte Zahlungsmoral der Bauauftraggeber.


Nach wie vor herrscht im Stuckateurhandwerk ein hoher Bedarf an qualifizierten Fachkräften: 37 Prozent der Betriebe melden einen Arbeitskräftemangel bei Facharbeitern.


Bauen im Bestand ist wichtiger Zukunftsmarkt
Die Zukunftshoffnungen des Stuckateurhandwerks richten sich vor allem auf den hohen Baubedarf im Bereich der Modernisierung und Sanierung. »Die energetische Aufrüstung von Gebäuden wird auch in den nächsten Jahren ein wichtiger Markt für uns sein«, erklärte Bleich. Denn vor dem Hintergrund langfristig weiter steigender Energiepreise erkennen immer mehr Hausbesitzer den finanziellen Vorteil, den ihnen ein leistungsfähiger Wärmeschutz und damit verbunden ein deutlich reduzierter Heizenergiebedarf bringt.


Fachverband fordert Stabilisierung der öffentlichen Bauinvestitionen auf hohem Niveau
Um die Situation im Stuckateurhandwerk zu stabilisieren, appelliert der Fachverband Ausbau und Fassade Baden dringend an die Politik, die öffentlichen Bauinvestitionen auch nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme dauerhaft auf einem bedarfsgerechten Niveau zu halten. Auf diese Weise werden zahlreiche Arbeitsplätze sowohl in der Bauwirtschaft als auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen gesichert beziehungsweise geschaffen. Unter anderem im Öffentlichen Hochbau hat sich in den vergangenen Jahren ein gewaltiger Investitionsrückstand aufgebaut. Die KfW-Bankengruppe beziffert das Investitionsdefizit in den Gemeinden in ihrem Kommunalpanel 2010 bundesweit auf 75 Milliarden Euro, wobei der Bereich Kinderbetreuung/Schulen besonders betroffen ist.


Im Hinblick auf die Erreichung der Klimaschutzziele fordert der Verband außerdem die Einführung einer Klimaschutzabschreibung für Sanierungsmaßnahmen analog zur Denkmalschutzabschreibung. In den Fällen, in denen eine Gebäudemodernisierung nicht wirtschaftlich ist, muss der Bestandsersatz gleichrangig gefördert werden. Zusätzlich ist die Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das 2010 auf nur noch 950 Millionen Euro gekürzt wurde, auf mindestens 1,5 Milliarden Euro erforderlich.

Gregor Gierden