07. März 2011

Fenster- und Fassadenbranche deutlich im Plus

Die Fenster- und Fassadenbranche schloss das vergangene Jahr mit steigenden Umsätzen und einer zunehmenden Angebotsnachfrage ab. Damit konnte die Branche an die leichte Steigerung des Jahres 2009 (3,6 Prozent) anknüpfen. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) unter seinen Mitgliedsunternehmen ist für 2010 mit einem Plus von 4,9 Prozent zu rechnen.


Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Branchenverbandes ist überzeugt: »Drei wesentliche Punkte haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Das Konjunkturpaket II, die KfW-Fördermittel und der Umstand, dass das Thema ‚Energetische Modernisierung’ beim Kunden nicht nur angekommen, sondern bei ihm inzwischen auch dauerhaft präsent ist.«


50 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die Umsatzsituation als besser im Vergleich zum Vorjahr, rund 34 Prozent berichten von gleichbleibenden Umsätzen und rund 16 Prozent bewerten die aktuelle Lage als schlechter – das deckt sich weitestgehend mit den Ergebnissen des Vorjahres. »Dennoch befindet sich die Modernisierungsrate mit rund 1,5 Prozent nicht auf dem Niveau, auf dem nach Einschätzung von Fachleuten die nötigen CO2-Reduzierungen zur Verhinderung größerer Klimaveränderungen erreicht werden könnten. Außerdem sind die Erwartungen für 2011 eher rückläufig und die Preise für Fenster, Fassaden und Türen geraten zunehmend unter Druck«, gibt Ulrich Tschorn zu bedenken.


Mehr Umsatz bei Fenstern und Türen

Der Fenstersektor hat sich positiv entwickelt. Beim Rahmenmaterial Holz beurteilen 53 Prozent die Lage als besser, bei Holz-Metall rund 71 Prozent (Vorjahr: 60 Prozent), bei Metall 47 Prozent (Vorjahr: 41 Prozent) und bei Kunststoff 70 Prozent. »Das Thema ‚Energetische Modernisierung’ nimmt inzwischen einen wichtigen Stellenwert für Haus- und Wohnungsbesitzer ein. Außerdem wurde dank des Ende 2010 ausgelaufenen Konjunkturpaketes II viel in den öffentlichen Sektor investiert«, so Tschorn.


Der Bereich Haustüren entwickelt sich ebenfalls gut: Rund 30 Prozent der Hersteller von Holztüren melden bessere Umsätze, bei Holz-Metall-Türen beurteilen 32 Prozent die Lage als besser, bei Metall sind die Umsätze bei 60 Prozent der Unternehmen gestiegen (2009: 38 Prozent) und im Bereich Kunststofftüren liegen die Steigerungen bei 63 Prozent (Vorjahr: 58 Prozent).


Ausgeglichenes Bild bei Fassaden und Wintergärten

Recht ausgeglichen ist die Lage bei den Fassadenkonstruktionen: Im Bereich Holz melden 58 Prozent der Unternehmen gleichbleibende und 10 Prozent steigende Umsätze. Im Bereich Holz-Metall melden 27 Prozent gleichbleibende und 46 Prozent steigende Umsätze. Positiver als 2009 präsentiert sich der Metall-Bereich. Knapp 29 Prozent der Unternehmen melden gleichbleibende und 45 Prozent (2009: 22 Prozent) melden bessere Umsätze. 26 Prozent (Vorjahr: 33 Prozent) melden rückläufige Zahlen. Der Bereich Wintergärten verzeichnet – bis auf den nachgebenden Holzsektor – weitgehend gleichbleibende Umsätze.


Angebotsnachfrage steigt

Positiv entwickelte sich allgemein die Angebotsnachfrage: Trotzdem wird für 2011 mit einem Mengenrückgang von 1,3 Prozent gerechnet. Zusätzlich stehen die Betriebe vor der Herausforderung – aufgrund der stetigen Rohstoffverteuerungen – ihre Abgabepreise anzupassen.


Zur Branche

In Deutschland gibt es laut einer Studie des VFF rund 7.200 Fensterbaubetriebe mit etwa 100.000 Beschäftigten. Die Unternehmen erwirtschaften danach pro Jahr etwa 8,5 Milliarden Euro.